Die 9-jährige Nicole L. rammte mit ihrem Rad das parkende Auto von Nachbar Thomas B. in dessen Einfahrt. Den Lackschaden von rund 600 Euro meldeten Nicoles Eltern ihrer privaten Haftpflichtversicherung, der Mecklenburgischen. Diese war allerdings erst bereit zu zahlen, nachdem sie erfahren hatte, dass ­Nicole das Auto auf einem privaten Grundstück beschädigt hatte.

Seit dem 1. August 2002 gilt ein verändertes Schadenersatzrecht. Kinder zwischen sieben und zehn Jahren haften jetzt für einen Unfall mit einem Kraftfahrzeug nicht mehr, jüngere ohnehin nicht. Und dann zahlt auch keine Versicherung. Weil Nicole das Auto jedoch auf einem Privatgelände beschädigte, gilt die Haftungsbefreiung nicht. Thomas B. hatte Glück, dass sich sein Versicherer dieser Auslegung des neuen Schadenrechts anschloss.

Tipp: Haken Sie nach, wenn die Haftpflichtversicherung auf die Haftungsbefreiung für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren hinweist und nicht zahlt. Es gibt noch keine Urteile. Auch wenn ein Kind ein Auto rammt, das im öffentlichen Bereich parkt, muss die Haftpflicht möglicherweise zahlen.

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