Altersvorsorge geht alle an. Wir zeigen am Beispiel von acht Leserinnen und Lesern, wie viel Rente später wirklich fehlt und welches die richtige Vorsorgestrategie ist.

„Auch ich bin verunsichert“, schreibt uns Gudrun Glanzer, „ob ich im Alter mit meiner Rente auskommen werde.“ „Für uns ist es wichtig zu wissen, wie viel wir gemeinsam noch für ein gesichertes Auskommen im Alter tun müssen“, teilen uns Bernd und Kerstin Kornblum mit. „Ich kann nicht abschätzen in welchem Umfang ich noch selbst vorsorgen müsste“, schreibt Sabine Schulz.

Dies sind drei der 442 Briefe von Leserinnen und Lesern, die auf den Finanztest-Aufruf zur Altersvorsorge im März-Heft geantwortet haben und die als Modellbeispiel für unseren Altersvorsorgecheck zur Verfügung stehen wollten. Acht von ihnen stellen wir auf den folgenden Seiten vor und zeigen an ihrem Beispiel, wie sich die Altersvorsorge verbessern lässt.

Alle anderen werden anhand unserer Berechnungen und unserer Vorschläge für den Schornsteinfegermeister Marcel Glünz und unsere weiteren sieben Modellfälle handfeste Tipps bekommen, wie sie besser fürs Alter vorsorgen können.

Ob Familien oder Singles, Angestellte, Selbstständige oder Beamte, Berufsanfänger oder alte Hasen im Job, die nur noch wenige Jahre bis zur Rente haben: Wir sagen, wie sie früh anfangen können und wie sie selbst in späteren Jahren noch zu einer vernünftigen Rente kommen können.

Bei der Auswahl der Produkte spielt das Alter des Sparers eine große Rolle. Junge Leute brauchen einerseits mehr Flexibilität, andererseits können sie auch mehr Risiken eingehen. Ältere Sparen sollten konservativer anlegen.

Ob alt oder jung: Die staatliche Förderung für die Altersvorsorge sollte jeder mitnehmen. Deshalb empfehlen wir allen, die sie abschließen können, zuallererst die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge. Für Selbstständige kann eine Rürup-Rente sinnvoll sein.

Geldbedarf im Alter

Bei Rentnern fallen viele Ausgaben weg, die sie in ihrer aktiven Zeit hatten, etwa die Finanzierung des Studiums ihrer Kinder. Auf der anderen Seite kommen Ausgaben hinzu: beispielsweise für ein Hobby, für das nun mehr Zeit da ist. Insgesamt kann man jedoch damit rechnen, im Alter weniger Geld zu brauchen als im Arbeitsleben.

Wir gehen für unsere Berechnungen davon aus, dass im Alter 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung stehen sollen. Der Abstand zwischen diesem Bedarf und der gesetzlichen Nettorente oder Nettopension ergibt die Versorgungslücke. Diese Lücke kann sich jeder mithilfe unseres Rechners selbst ausrechnen: Rechner Altersversorgung.

Die Daten, die in den Rechner einzutragen sind, stehen in der Gehaltsabrechnung und zum Beispiel in der Renteninformation der gesetzlichen Rentenversicherung (siehe „Checkliste“). Für unsere Modelle haben wir die Renten- oder Pensionslücke berechnet und machen auf dieser Basis Vorschläge für die Altersvorsorge.

Dabei haben wir sehr vorsichtig kalkuliert: Wir gehen von einer Lohnerhöhung von durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr aus. Das Bruttorentenniveau sinkt stufenweise von jetzt knapp 48 auf 36 Prozent im Jahr 2060. Bei den Zahlungen aus privaten Versicherungen rechnen wir nur mit der garantierten Rente. Bei Banksparplänen rechnen wir mit einer Verzinsung von 3 Prozent, bei Fondssparplänen mit einer Rendite von 4 Prozent.

So wird klar, was im Alter netto fehlt – oder ob einer nicht schon zu viel spart.

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