Ältere: Besser als nie

Auch kurz vor dem Ruhestand lässt sich noch rentabel für die Rente sparen.

In den besten Jahren: Mit 50 legte Johanna Manthey noch einmal los. Sie besuchte einen Computerkurs und fand eine Stelle als Sekretärin im Münchener Völkerkundemuseum. „Es war ein Seiteneinstieg nach langen Kindererziehungszeiten“, sagt die 57-Jährige. Geht sie in acht Jahren in ihren wohlverdienten Ruhestand, erhält sie eine Nettorente von 849 Euro.

Mit 16 Jahren zahlte Manthey zum ersten Mal in die Rentenkasse ein, jetzt kann sie auf 24 Berufsjahre zurückblicken. Für die beiden Kinder, die 1984 und 1987 geboren wurden, schreibt ihr die Rentenversicherung jeweils ein Pflichtbeitragsjahr auf Basis des Durchschnittsverdienstes gut. Für Kinder, die ab dem 1. Januar 1992 geboren wurden, gibt es mehr: drei Jahre pro Kind.

Die voraussichtliche Rente der Teilzeitbeschäftigten entspricht nahezu ihrem aktuellen Einkommen von 845 Euro. Für eine vernünftige Rentenberechnung muss jedoch auch das höhere Gehalt berücksichtigt werden, das die Angestellte früher über mehrere Jahre verdiente.

Deshalb nimmt Finanztest einen Bedarf von 100 Prozent ihres voraussichtlichen Nettogehalts im Jahr 2016 bei Rentenbeginn an. Das sind rund 976 Euro. Demnach beträgt die Rentenlücke 127 Euro.

Von Riester profitieren

Durch ihren rentenversicherungspflichtigen Job hat Johanna Manthey Anspruch auf die Riester-Förderung vom Staat. Sie kann mit monatlich 175 Euro Beitrag einschließlich der Zulagen eine lebenslange Zusatzrente von 100 Euro pro Monat aufbauen. Dies gelingt zum Beispiel mit einem acht Jahre laufenden Riester-Banksparplan. Ein Banksparplan ist für Manthey besser als eine Riester-Rentenversicherung, für die zusätzlich Abschlusskosten anfallen. Ein Riester-Fondssparplan wäre in ihrem Alter zu riskant.

Nicht folgen sollte sie dem Rat ihres Bankberaters, nur so lange in den Riester-Banksparplan einzuzahlen, wie die Kinderzulagen in den Vertrag fließen. Hat sie am Ende nur eine geringfügige Summe mit Riester angespart, könnte sie sich diese zwar ausnahmsweise auf einen Schlag auszahlen lassen. Folgt sie dem Tipp, verschenkt sie aber eine Zusatzrente, die allein schon ihre Rentenlücke fast schließen wird.

Durch ihre Dienstjahre im öffentlichen Dienst hat Johanna Manthey einen Anspruch auf 52 Euro Zusatzrente aus dem Versorgungswerk des öffentlichen Dienstes (VBL). Zusammen mit Riester hätte sie ihre Rentenlücke schon geschlossen.

Die Münchenerin kann sich noch über ein weiteres Schmankerl freuen: Sie bekommt demnächst eine Lebensversicherung ausgezahlt. Diese Summe könnte sie für die Altersvorsorge nutzen. Johanna Manthey will das Geld jedoch ins Eigenheim investieren. Dann beginnt der Ruhestand schuldenfrei.

Frauenaltersrente zum letzten Mal

Manthey ist 1951 geboren und gehört zum letzten Jahrgang, der mit 60 Jahren in Rente gehen kann. Frauen, die 15 Jahre Wartezeit erfüllen und nach dem 40. Geburtstag mehr als 10 Jahre (121 Monate) Pflichtbeiträge nachweisen, können die Frauenaltersrente beantragen. Sie müssen dann aber eine Rentenkürzung von 18 Prozent hinnehmen.

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