Beamte: Pension plus

Staatsdiener können ihre Pension privat noch ergänzen – mit Augenmaß und ohne Übereifer.

Heute schon an morgen denken – dieser Werbespruch für die Vorsorge passt gut. Doch es gibt auch Sparer, für die heißt es: Heute mehr an heute denken.

Simone Klitza ist so eine Sparerin. Die 33-jährige Beamtin und alleinerziehende Mutter sorgt seit vier Jahren konsequent für ihr Alter vor. Insgesamt 533 Euro fließen monatlich in sechs verschiedene Vorsorgeverträge, darunter ein Fondssparplan und ein Riester-Fondssparplan. „Auf Ausgehen und Konsum habe ich bewusst verzichtet“, sagt Klitza.

Ohne ihre zusätzlichen Verträge hätte Klitza nach Finanztest-Berechnungen im Ruhestand eine Pensionslücke von 408 Euro. So viel würde ihr zu den 3 301 Euro fehlen, die wir als Bedarf im Alter für sie errechnet haben.

Doch diese Lücke zwischen 80 Prozent ihres geschätzten Nettogehalts im Jahr des Pensionsbeginns und ihrer Beamtenpension ist fast geschlossen. Ihr Riester-Fondssparplan wird voraussichtlich leicht eine Rente von netto 376 Euro abwerfen.

Es fehlen nur noch 32 Euro. Allein aus dem zweiten Fondssparplan, in den sie monatlich 200 Euro investiert, kann sie mit einer Rente von 753 Euro im Monat rechnen.

Genug gespart

Lebensversicherung, Bausparvertrag und Banksparplan braucht sie nicht fürs Alter und kann die Erträge anders verwenden. Der dritte Fondssparplan, in den vermögenswirksame Leistungen fließen, ist ein Sahnehäubchen obendrauf. Die Beiträge für den Banksparplan könnte sie auch aussetzen und sich mehr gönnen.

Für den 39-jährigen Beamten Manfred Lindenthal gilt dasselbe wie für Klitza: Er spart schon jetzt genug für den Ruhestand.

Wir schätzen seinen Bedarf im Alter auf 3 546 Euro (80 Prozent seines zu erwartenden Nettogehalts im Jahr seines Rentenbeginns). Aus seiner Zeit als Angestellter hat er einen Rentenanspruch von 182 Euro. Zusammen mit seiner geschätzten Nettopension kommt er auf 3 018 Euro. Es bleibt eine Pensionslücke von 528 Euro.

Aus seinem Riester-Fonds kann Lindenthal mit einer monatlichen Rente von 454 Euro rechnen. Die fehlenden 74 Euro kann er mit der garantierten Leistung aus seiner Kapitallebensversicherung in Höhe von knapp 38 400 Euro mehr als schließen. Investiert er dieses Kapital bei Ruhestandsbeginn in eine Sofortrente, darf er monatlich 153 Euro netto erwarten.

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