Selbstständige: Selbst vorsorgen

Ganz allein müssen all diejenigen ihre Altersvorsorge aufbauen, die keine Rente oder Pension bekommen.

Peter Blumenberg hat seine Altersvorsorge ganz in die eigenen Hände genommen. Der 45-Jährige ist selbstständiger Orthopädie-Schuhmachermeister und war zunächst Pflichtmitglied der gesetzlichen Rentenversicherung. Doch selbstständige Handwerksmeister können sich aus dem System verabschieden, wenn sie mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Das hat Blumenberg 2006 getan.

Weil er keine Beiträge mehr zahlt, bleibt sein Rentenanspruch auf dem bis dahin erreichten Niveau: 409 Euro, wenn die Renten nicht erhöht werden. Steigen sie jährlich um 1 Prozent, sind es etwa 500 Euro.

Blumenbergs gesetzliche Rente wird nur einen geringen Teil seiner Ausgaben im Alter decken: 2 353 Euro werden ihm bei Rentenbeginn in gut 21 Jahren fehlen, um die Lücke zwischen 80 Prozent seines letzten Nettoeinkommens vor dem Ruhestand und seiner gesetzlichen Rente zu schließen.

Sinnvolle Kombination

Für seine Altersvorsorge spart der Handwerker jetzt auf zwei Wegen: 500 Euro im Monat zahlt er in eine klassische Rürup-Rentenversicherung ein, 200 Euro im Monat investiert er in Aktienfonds.

Im Gegensatz zur Riester-Rente, die mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert wird, gibt es bei der Rürup-Rente nur steuerliche Vorteile. Allerdings werden bei Rürup-Verträgen viel höhere Beiträge gefördert als bei Riester. So kann Blumenberg in diesem Jahr 66 Prozent seiner Beiträge von der Steuer absetzen – bis zu einem Höchstbetrag von 13 200 Euro.

Die Rürup-Rente ist die Basis für seine Altersvorsorge in eigener Regie. Mit dem Aktienfondssparplan setzt er zusätzlich auf die Chancen der Börse – muss aber auch die Risiken in Kauf nehmen.

Blumenbergs Rürup-Vertrag wird nach Steuern garantiert rund 670 Euro Rente bringen. Je nachdem wie gut der Versicherer wirtschaftet, kommen noch Überschüsse hinzu. Aus einem Fondsauszahlplan bekommt er eine Nettorente von 460 Euro – bei einer angenommenen Rendite seiner Fonds von 4 Prozent.

Die Kombination aus sicherer Rürup-Rente und riskanter Fondsanlage ist gut. Doch beide Verträge reichen nicht, um die Rentenlücke zu schließen. Sie beträgt noch immer rund 1 220 Euro.

Einen Riester-Vertrag abschließen kann Blumenberg nicht, denn als nicht pflichtversicherter Selbstständiger hat er keinen Anspruch auf diese Förderung. Weil er ledig ist, bekommt er auch keine „indirekte Förderung“ über eine versicherungspflichtige Ehefrau. Blumenberg könnte den Beitrag für seine Rürup-Rente erhöhen oder von Zeit zu Zeit zusätzliches Geld einzahlen – wenn dies sein Versicherer ohne hohe Extrakosten ermöglicht.

Weil seine Basis noch immer schmal ist, sollte er den Abschluss einer privaten Rentenversicherung erwägen. Sie schafft zusätzliche Sicherheit für ein garantiertes lebenslanges Einkommen im Alter. Auch ein weiterer Fondssparplan käme infrage.

Allerdings setzt Blumenberg, der mit Freundin und zwei Kindern im eigenen Haus lebt, derzeit anderer Prioritäten: „Vorrang hat für mich, den Kredit für das Haus abzuzahlen.“

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