Singles und Familien: Eins, zwei oder mehr

Ein Riester-Vertrag passt für Familien mit Kindern wie für Paare und Singles.

Arndt Overbeck und seine Frau Britta müssen für ihre Altersvorsorge nicht mehr viel tun, Marcel Glünz und seine Frau sollten dagegen mehr fürs Alter sparen als bisher, genauso wie die ledige Industriekauffrau Sarah Knoche.

Die Overbecks können neben der gesetzlichen Rente im Alter noch mit Einkünften aus fünf Vorsorgeverträgen rechnen: der betrieblichen Altersvorsorge des Ehemanns, insgesamt drei privaten Rentenversicherungen und einer Riester-Rentenversicherung für die Ehefrau. Statt der drei privaten Rentenversicherungen wäre allerdings eine einzige besser gewesen – denn so fallen dreimal Verwaltungskosten an.

Der 41-jährige Arndt Overbeck verdient als Marketing- und Vertriebsleiter einer Containerfirma überdurchschnittlich gut. Seine gleichaltrige Frau Britta arbeitet Teilzeit als Speditionskauffrau. Wie bei unseren anderen sieben Modellfällen sind wir davon ausgegangen, dass ihre Gehälter bis zum Jahr ihres Rentenbeginns jährlich um 1,5 Prozent steigen. Wenn sich an Arbeitszeit und Verdienst nichts Wesentliches ändert, werden sie zusammen am Ende ihres Berufslebens schätzungsweise 4 059 Euro netto verdienen. 80 Prozent davon, also 3 247 Euro, ist nach unserer Annahme ihr Versorgungsbedarf im Alter.

Aus der gesetzlichen Rentenversicherung können beide zusammen mit 1 938 Euro rechnen. Es fehlen also 1 309 Euro.

Ihre private und betriebliche Vorsorge garantiert den Overbecks eine Zusatzrente von insgesamt 786 Euro netto. Dann bleibt noch eine Lücke von 523 Euro. Da sie im Alter mietfrei im eigenen Haus wohnen werden, reduziert sich diese Lücke weiter.

Will Arndt Overbeck trotzdem noch etwas zurücklegen, wäre ein Riester-Fondssparplan für ihn die ideale Ergänzung zu den vielen Versicherungen.

Lücke von mehr als 800 Euro

Marcel Glünz hat das Sinnvollste schon getan: Der 34-jährige Schornsteinfegermeister investierte einen Teil seines Bruttolohnes direkt in eine Pensionskasse. Mit dieser Entgeltumwandlung spart er Steuern und sichert sich eine attraktive Zusatzrente.

Seine Frau hat einen Minijob. Zusammen mit ihren beiden Kindern leben sie in einem Einfamilienhaus. „Bis zur Rente sollte das Haus abbezahlt sein“, hofft Glünz.

Den Bedarf des Ehepaars Glünz zu Beginn des Ruhestandes schätzen wir auf 3 012 Euro. Die gesetzliche Rente deckt 1 820 Euro. Von der Pensionskasse kann Glünz nach Abzug von Steuern und Krankenversicherungsbeitrag mit einer Rente von 315 Euro im Monat rechnen. Dann bleibt noch eine Lücke von 877 Euro.

Selbst die Ersparnis durch das mietfreie Wohnen im Alter reicht wohl nicht, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Eine Möglichkeit wäre, den Beitrag für die Pensionskasse aufzustocken. Derzeit fließen 1 908 Euro Jahresbeitrag in den Vertrag. Bis zu 2 544 Euro im Jahr sind 2008 steuerfrei möglich (4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung). Glünz könnte also den Beitrag erhöhen.

Auch sollte das Ehepaar Glünz die Vorteile der Riester-Förderung nutzen. Zusätzlich zur Grundzulage von 154 Euro schießt der Staat für ihre beiden Kinder insgesamt 370 Euro Kinderzulagen zu.

Ein Riester-Vertrag wäre auch für Sarah Knoche sinnvoll. Den hat die 31-jährige Industriekauffrau ebenso wenig wie eine betriebliche Altersvorsorge. Beides wäre schon wegen der Förderung vom Staat sinnvoller als die Kapitallebensversicherung, die sie abgeschlossen hat. Sie sollte die Police trotzdem nicht kündigen, weil dies mit Verlusten verbunden wäre.

Bei einer durchschnittlichen Gehaltssteigerung von jährlich 1,5 Prozent käme Sarah Knoche im Jahr ihres Rentenbeginns auf ein Nettogehalt von 2 605 Euro. 80 Prozent davon sind 2 083 Euro. Ihre gesetzliche Rente wird voraussichtlich 1 418 Euro netto bringen. So bleibt eine Lücke von 665 Euro.

Wenn sie sich ihre Kapitallebensversicherung später nicht sofort auszahlen lässt, sondern in eine Sofortrente investiert, bekommt sie daraus 165 Euro im Monat. Die Lücke schrumpft auf 500 Euro.

Knoche könnte monatlich 175 Euro in einen Riester-Fondssparplan investieren. Das bringt bei einer realistischen Rendite von 4 Prozent immerhin eine Nettorente von 618 Euro und schließt die Lücke.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3988 Nutzer finden das hilfreich.