So haben wir getestet

Im Test: 8 deutsch­sprachige Online-Selbst­hilfe-Programme zur Akutbe­hand­lung oder Prävention von Depression, die für Desktop-Computer verfügbar sind. Darunter finden sich sowohl durch einen Therapeuten begleitete als auch unbe­gleitete Programme. Angebote, bei denen nicht die Online-Selbst­hilfe, sondern eine Video­sprech­stunde mit einem Therapeuten im Zentrum steht, haben wir nicht berück­sichtigt (Stand: Oktober 2018).

Unter­suchungen: Wir prüften die Online-Programme mit Kennt­nis der Anbieter. Denn zum einen war eine verdeckte Inan­spruch­nahme bei einigen Angeboten gar nicht möglich, weil beispiels­weise zwingend ein Erst­gespräch zwischen dem Betroffenen und einem Therapeuten vorgesehen war. Zum anderen benötigten wir für einige Prüfungen auch unver­öffent­lichte Informationen. Daher kontaktierten wir die Anbieter im November 2018 und baten unter anderem um Unterlagen zum inhalt­lichen sowie tech­nisch-organisatorischen Konzept, um wissenschaftliche Studien zur Wirk­samkeit sowie um Test­zugänge. Damit besuchten wir die Websites über einen Desktop-Computer sowie Smartphones. Falls Apps für Android bzw. iOS verfügbar waren, nutzten wir auch diese. Alle Daten wurden in stan­dardisierten Erhebungs­bögen erfasst und ausgewertet. Hinzu kam die Begut­achtung der von den Anbietern einge­reichten Unterlagen sowie bereits veröffent­lichter Informationen. Die Prüfungen liefen von Dezember 2018 bis Mai 2019. Eine Anbieterbefragung erfolgte im Mai 2019.

Therapeutisches Potenzial

Zwei psycho­therapeutische Gutachter prüften die Angebote unter anderem in Anlehnung an Qualitäts­kriterien von Fachgesell­schaften wie der Deutschen Gesell­schaft für Psycho­logie (DGPs) und der Deutschen Gesell­schaft für Psychiatrie und Psycho­therapie, Psycho­somatik und Nervenheil­kunde (DGPPN) sowie des Berufs­verbandes Deutscher Psycho­loginnen und Psycho­logen (BDP) und der Bundes­psychotherapeutenkammer (BPtK). Außerdem verwendeten wir Hinweise aus diversen Veröffent­lichungen zu internetbasierten Gesund­heits­interventionen. Wichtig war beispiels­weise, ob die Programme auf wissenschaftlich anerkannten Verfahren beruhen, ob Inhalte und Einsatz­gebiete (wie Symptome und Schweregrad) trans­parent benannt werden und wie die Entwickler qualifiziert sind. Die Gutachter berück­sichtigten auch Aspekte der Patientensicherheit – etwa ob Anbieter zu den Grenzen und Risiken der Programme informieren. Zu diesem Prüf­punkt zählt auch, ob es Mecha­nismen wie regel­mäßig auszufüllende Fragebögen gibt, um psychische Krisen früh­zeitig zu erkennen – und ob dann klare Hinweise erfolgen, wie Betroffene schnell persönliche Hilfe finden. Auch weitere Aspekte wie Finanzierung, Nutzer­einbindung und Nutzerfreundlich­keit, also unter anderem Verständlich­keit, Darstellung und Navigation, flossen in das Urteil ein. War ein Programm durch Therapeuten begleitet, bewerteten wir deren konkreten Leistungen nicht explizit, sondern nur die reine Online-Selbst­hilfe.

Belegter Nutzen

Die psycho­therapeutischen Gutachter bewerteten die uns vorliegenden Studien zu den einzelnen Angeboten. Dabei ging es darum, ob die Unter­suchungen metho­disch hoch­wertig waren und die Wirk­samkeit des Programms gegen­über einer Kontroll­gruppe belegen.

Schutz des Nutzer­kontos im Desktop-Browser/in der Android-App/iOS-App

Wir prüften unter anderem die Anforderungen an das Pass­wort und ob die Daten­über­tragung zum Anbieter sicher verschlüsselt war.

Daten­sende­verhalten im Desktop-Browser/in der Android-App/iOS-App

Die Prüfung fand mit Hilfe einer „Man in the middle attack“ statt. Dafür wurde ein Proxy-Rechner zwischen Anwendung (Website im Browser bzw. App) und Server geschaltet, die Kommunikation mitgeschnitten, entschlüsselt und analysiert. Fanden wir über­mittelte Daten, die für die Funk­tion über­flüssig waren, beur­teilten wir das kritisch.

Mängel in den Allgemeinen Geschäfts­bedingungen/in der Daten­schutz­erklärung

Ein Jurist prüfte auf unzu­lässige Klauseln, die den Verbraucher benach­teiligen.

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TestDepression25.06.2019
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