Depot-Vergleich

Grund­wissen Wert­papierdepot

321
Depot-Vergleich - Viele Hundert Euro Depot­kosten sparen
Entspannt sparen. Depot­kosten lassen sich meist auch ohne Anbieter­wechsel senken. © Westend61 / Roger Richter

Wer Aktien oder ETF kaufen möchte, braucht ein Wert­papierdepot. Bei Direkt­banken und Onlinebrokern geht das am güns­tigsten. Für die Depotführung zahlt man oft gar nichts.

Depot-Vergleich Testergebnisse für 63 Depots im Kosten­ver­gleich

Depot­wahl entscheidend für die Kosten

Ohne ein Wert­papierdepot geht in der Geld­anlage kaum etwas. Anleger müssen zunächst ein Depot eröffnen, ehe sie Investmentfonds, Aktien, Anleihen oder andere Wert­papiere kaufen können. Meist wird das Depot bei einer Bank eröffnet, aber es geht auch bei einer Vielzahl von Onlinebrokern. Mit der Entscheidung für ein Depot legt man die künftigen Kosten für den Kauf, Verkauf und die Verwahrung der Wert­papiere fest. Manche Anbieter haben mehrere Depotmodelle mit unterschiedlichen Leistungen und Preisen.

Wert­papiere sind vor Insolvenz geschützt

Jedes Wert­papierdepot hat wie ein Giro­konto eine eindeutige Identifikations­nummer, die Depot­nummer. In dem Wert­papierdepot gibt es keinen Barbestand, Anleger benötigen deshalb ein zusätzliches Verrechnungs­konto für die Abwick­lung von Wert­papier­trans­aktionen. Die Guthaben bei allen von uns getesteten Banken unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. Die Wert­papiere im Depot bleiben auch dann im Besitz des Anlegers, wenn die depotführende Bank Pleite gehen sollte.

Wert­papierdepots – mit oder ohne Betreuung

Wer ein Depot bei einer Filial­bank eröffnet, kann sich für alle Fragen rund um den Wert­papier­handel an seinen Kunden­betreuer wenden. Bei den meist deutlich billigeren Depots von Direkt­banken oder Onlinebrokern gibt es meist nur einge­schränkte oder keine Beratung. Bei vielen Filial­banken können Anleger, die dort ein zusätzliches Onlinedepot haben, eine Order wahl­weise mit Beratung abwi­ckeln oder kostengüns­tiger selbst am Computer aufgeben. Die Verwahr­gebühren bleiben aber oft unver­ändert hoch.

Anla­geerfahrung entscheidet über Risiko­einstufung

Zur Eröff­nung eines Depots müssen Anleger den Wert­papier­handels­bogen (WpHG) ausfüllen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Aus den Erfahrungen des Anlegers mit mehr oder weniger riskanten Wert­papieren ergibt sich seine Risiko­einstufung. Sie entscheidet darüber, ob zum Beispiel der Kauf von Aktien oder hoch­riskanter Anlagen wie Options­scheinen oder Hebelzertifikaten über­haupt möglich ist.

Den Antrag zur Depot­eröff­nung füllt man entweder gemein­sam mit seinem Berater aus oder bei Direkt­banken am Computer. Online­kunden müssen sich außerdem für die Depot­eröff­nung legitimieren – über das sogenannte Postident-Verfahren unter Vorlage eines Ausweisdokuments in einer Post­filiale oder per Videoident im Bild­schirm­dialog am Computer.

Unterschiedliche Kosten bei Filial- und Direkt­banken

Die Anbieter erheben für die Dienst­leistungen rund ums Wert­papierdepot sehr unterschiedliche Kosten. Bei vielen Banken zahlen Anleger jedes Jahr für die Verwahrung von Fonds und Wert­papieren, bei anderen Instituten, vor allem Direkt­banken, Online- und Neobrokern, ist die Verwahrung kostenlos. Auch die Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wert­papieren variieren von Bank zu Bank. Nur bei einigen Neobrokern gibt es auch diese Dienst­leistung gratis (Neobroker im Vergleich).

Depot­auswahl – nicht nur auf den Preis achten

Anleger können viel Geld sparen, wenn sie sich für ein billiges Depot entscheiden. Das kommt der Rendite ihrer Geld­anlage zugute. Für die Auswahl eines Depots sind aber auch andere Kriterien wichtig, etwa die Anzahl der Börsenplätze und das Angebot an Fonds- und ETF-Sparplänen. Auch der Umfang und Bedien­komfort des Online-Auftritts oder der Depot-App sind für viele Anleger wichtig. Von neu an den Markt gekommenen Smartphone-Brokern sollte man nicht den gleichen Service erwarten wie von einer Filial­bank.

Depot-Vergleich Testergebnisse für 63 Depots im Kosten­ver­gleich

Depot­wechsel darf nichts kosten

Wer mit seinem Depot zu einer anderen Bank umziehen möchte, kann dies jeder­zeit tun. Der Wechsel ist nach der Recht­sprechung des Bundes­gerichts­hofs (BGH) kostenlos, kann aber einige Zeit dauern – im Extremfall auch mal einige Monate. Anleger sollten nach dem Umzug stets über­prüfen, ob die Anschaffungs­daten der Wert­papiere von der neuen Bank korrekt über­nommen wurden. Das ist wichtig für die Versteuerung von Gewinnen oder der Verrechnung von Verlusten bei einem späteren Verkauf.

Abgeltung­steuer wird auto­matisch abge­zogen

Wenn Anleger Wert­papiere mit Gewinn verkaufen oder Einnahmen aus Dividenden oder Ausschüttungen erzielen, zieht die depotführende Bank auto­matisch Abgeltungsteuer ab. Durch einen Frei­stellungs­auftrag kann man dem Abzug bis zur Höchst­grenze von 801 Euro pro Jahr (Verheiratete 1 602 Euro) vorbeugen.

Depot-Vergleich Testergebnisse für 63 Depots im Kosten­ver­gleich

321

Mehr zum Thema

  • Wert­papierdepot von Scalable Güns­tiges Abomodell für Vieltrader

    - Der digitale Vermögens­verwalter Scalable betätigt sich seit kurzem auch als Onlinebroker. Bei seinem Abomodell für knapp 36 Euro pro Jahr können Anleger ohne weitere...

  • Sparen für Kinder Warum sich Anlegen für den Nach­wuchs gerade jetzt lohnt

    - Es ist die Frage, die sich die meisten Eltern irgend­wann stellen: Was ist die beste Geld­anlage für Kinder? Die Experten von Finanztest empfehlen eine einfache Mischung.

  • Neobroker im Vergleich Das leisten Trade Republic und Co

    - Mit Neobrokern kostenlos Aktien und ETF handeln – wie gut klappt das? Finanzen.net Zero, Just­trade, Scalable Capital und Trade Republic im Vergleich.

321 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.12.2022 um 11:20 Uhr
Test Kosten für ETF-Sparpläne

@Hermann56. Zu den Kosten eines ETF-Sparplanes gibt es einen gesonderten Test, in dem wir u.a. die Kosten für Sparpläne mit Raten von 200 € darstellen:
www.test.de/ETF-Sparplan

Hermann56 am 03.12.2022 um 12:59 Uhr
Kosten für ETF Sparpläne fehlen

Liebes Test Team,
in diesem Depot Vergleich fehlt mir ein sehr wichtiger Bestandteil:
Was kostet ein ETF Sparplan, wenn ich z.B. 300€ im Monat investiere? Jetzt empfehlen Sie schon seit Jahren einen ETF Sparplan auf den MSCI World. Dann möchte ich aber auch die Kosten wissen. Die unterscheiden sich teilweise sehr stark.
Vielen Dank

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.10.2022 um 16:21 Uhr
Welche Bank bietet ein Nießbrauchdepot an?

@wobeco: Vielen Dank für Ihre Anregung, die wir gern im Hause weiterleiten. Wir haben dazu noch keine Daten erhoben.

wobeco am 18.10.2022 um 13:41 Uhr
fehlendes Leistungsmerkmal 'Nießbrauchdepot'

Guten Tag, können Sie Informationen (oder Informationsquellen) bereitstellen, die angeben, ob eine Bank ein Nießbrauchdepot unterstützt / anbietet? Danke.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.08.2022 um 13:22 Uhr
Enthält der Testbereicht auch....

@stiwa897: Was wir bei der Bewertung berücksichtige haben, finden Sie in „So haben wir getestet". Inländische Banken und Broker unter Berücksichtigung von mindestens vier angeschlossenen inländischen Börsenplätzen; keine US-Börsen.