Depotcheck So optimieren Sie Ihr Wert­papierdepot

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Depotcheck - So optimieren Sie Ihr Wert­papierdepot
Stimmt der Mix? Anle­gerinnen und Anleger sollten prüfen, ob die Fonds in ihrem Depot das Risiko sinn­voll streuen. © Adobe Stock / Tadamichi

Einmal im Jahr sollte jeder sein Wert­papierdepot checken und ausmisten. Hier erklären die Anla­geexperten der Stiftung Warentest, wie das einfach und effektiv gelingt.

Spitzen­jahr – trotz Pandemie

Beim Blick auf ihren jähr­lichen Depot­auszug werden sich viele Anleger verwundert die Augen reiben. Ihre Fonds haben trotz Corona oft zwei­stel­lige Renditen einge­fahren. Der Welt­aktienmarkt legte um mehr als 30 Prozent zu, der deutsche Markt um rund 14 Prozent. Auf den Schwellenmärkten zeigt sich ein gemischtes Bild. Indien und Russ­land liegen im Plus, China schloss das Jahr im Minus.

Das bietet der große Depotcheck der Stiftung Warentest

  • Mess­latte. Wir erklären, wie Sie erkennen können, was Ihre Rendite wirk­lich wert ist. Vergleichen Sie Ihr Depot mit einem simplen Mix aus Aktienfonds Welt und Zins­anlagen.
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung. Unsere Check­liste zeigt in sieben Schritten, wie Sie Ihr Depot in Form bringen und die besten Beimischungs­fonds finden.
  • Jahres­rück­blick. Das Börsen­jahr 2021 geht als eines der besten in die Geschichte ein. Sehen Sie in unserem Jahresrückblick, welche Märkte besonders gut gelaufen sind und welche hinterherhinken.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel aus Finanztest 2/2022.

Warum sich ein Check lohnt

Trotz der positiven Gesamt­bilanz – ein Depotcheck ist auf jeden Fall sinn­voll. Wenn es gut läuft, schauen viele nicht so genau hin. Haupt­sache Plus. Die hohen Renditen können allerdings darüber hinweg­täuschen, dass im Depot einige schlechte Fonds schlummern. Fonds, die früher einmal gut abge­schnitten haben und deren Qualität sich nun gemindert hat. Oder teure Fonds. Es kann auch sein, dass die Mischung aus Basis­anlagen und Beimischungen nicht mehr stimmt und das Risiko zu groß geworden ist. Das alles gilt es, im Blick zu behalten, um sich auch für schlechtere Zeiten gut aufzustellen. So gut wie 2021 läuft es an der Börse nicht oft.

Das notwendige Handwerks­zeug

Es war ein außergewöhnlich gutes Jahr, eines der zehn besten seit 1970. Während manche Experten die Börsen weiter steigen sehen, warnen andere vor drohenden Rück­schlägen infolge von Corona oder einer strafferen Geld­politik der Noten­banken. Wir geben keine Prognosen ab.

Was wir machen: Wir geben unseren Lese­rinnen und Lesern das nötige Handwerks­zeug, um für jede Entwick­lung gewappnet zu sein. Wir zeigen, wie Sie Ihr Depot von Über­flüssigem befreien und klug zusammen­stellen können. Dabei gehen wir auf die Asset Allocation – die richtige Gewichtung der einzelnen Anla­geklassen – ebenso ein wie auf eine gute Risiko­streuung der Beimischungen sowie eine sinn­volle Auswahl von ETF und aktiven Fonds.

Markt­vergleich ist unerläss­lich

Warum sollten sich lang­fristig orientierte Anleger über­haupt die Mühe eines Depotchecks machen? Und warum sollte sie die aktuelle Markt­entwick­lung interes­sieren? Einfache Antwort: Weil sie ansonsten möglicher­weise Rendite verschenken. Was die Wert­entwick­lung eines Depots tatsäch­lich wert ist, wissen Anleger erst, wenn sie das Ergebnis ins Verhältnis zum einge­gangenen Risiko setzen. In einem hervorragenden Börsen­jahr wird so ziemlich jede aktienhaltige Geld­anlage einen Gewinn erzielen. Dennoch kann sie in Wahr­heit grotten­schlecht sein, weil sie dem breiten Markt weit hinterherhinkt.

Finanztest zieht als Vergleichs­maßstab die Entwick­lung der breiten Aktien- und Zins­märkte heran. Damit lassen sich alle gemischten Depots aus Aktien- und Zins­anlagen fair vergleichen.

Tipp: Bewertungen zu rund 8 000 Fonds und ETF finden Sie in unserem großen Fondsvergleich.

Was Gewinne wirk­lich wert sind

Auch bei Misch­fonds oder Vermögens­verwaltungen, die auf Jahres­sicht Gewinne erzielten, sollten Anleger sehr genau hinschauen. Nur wenn die Produkte ähnlich gut abschneiden wie eine Index­mischung, die ungefähr ihrem Risiko entspricht, sind sie ihr Geld wert. Finanztest hat den Vergleichs­maßstab für unterschiedliche Depot­mischungen berechnet. Damit können Anleger ihre Finanz­produkte vergleichen.

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Profilbild test_de-Projektleiter_Stoffel am 08.08.2022 um 17:43 Uhr
Re: Ergänzung Darstellung Pantoffel-Portfolio

@Lampensepp: Im Rahmen des Depotchecks (2/2022) haben wir unter Punkt 4. "Die passenden Beimischungen" 20 Jahre zurückgeschaut (31.12.2001 bis 31.12.2021). Unter Punkt 2. "Der simple Mix" ist der dargestellte Zeitraum kürzer – aber die Performance-Zahlen sollen hier nur als Vergleich für eigene/andere Anlagen dienen. Dazu reichen die letzten 10 Jahre eigentlich aus.
Das Berücksichtigen der Inflation ist interessant, hilft aber zu selten bei der Auswahl der passenden Anlage. Denn eine gute Anlage vor Berücksichtigung der Inflation ist in der Regel auch eine gute Anlage nach Inflation. Und auch der Vergleich verschiedener Anlagen ist ohne Inflation viel einfacher.

Lampensepp am 07.08.2022 um 12:18 Uhr
Ergänzung Darstellung Pantoffel-Portfolio

Sie sollten Ihre Auswertungen zu den Pantoffel-Ansätzen ergänzen, denn akt. zeichnen diese mE ein zu positives Bild: 1) Sie beziehen in Ihre Auswertungen regelmässig die Jahre 2011-2021 ein bzw. werten nur diese aus Bsp 10Jahre Betrachtungszeitraum. Diese Dekade ist bzgl. der Renditen die absolute Ausnahme und nicht repräsentativ. Ihre Grafik zeigt dies wunderbar: 2001 bis 2011 war der Wertzuwachs nahezu 0%
2) In anderen Artikeln thematisieren Sie die Inflation wunderbar, bei den Pantoffel-Artikeln fehlt dies leider meist. Gerade bei langen Betrachtunszeiträumen darf dies nicht vernachlässigt werden. Ergänzen Sie doch bitte die Auswertungen um Spalte inflationsbereinigt oder auf die Kaufkraft bezogen. M.W. war die Inflation in D von 1992 - 2022 ca. 1,7%/Jahr. 100.000€ waren damit nur noch 60.000€ wert. Die von Ihnen ausgewiesenen Wertzuwächse relativieren sich dadurch deutlich. Ihre defensive Mischung schafft damit grade noch den Inflationsausgleich, aber kaum Wertzuwachs. Vielen Dank!

Profilbild Stiftung_Warentest am 02.05.2022 um 09:08 Uhr
Fonds / ETF

@alle: Mit dem Kauf eines Aktien-ETF der 1. Wahl können Anleger bereits mit kleinen Anlegesummen ein Portfolio mit einer breiten Streuung herstellen. Wer in Einzelaktien investiert und auch hier zur Risikominimierung eine Anlagestrategie mit einer breiten Streuung umsetzten will, wie es Finanztest für den langfristigen Vermögensaufbau Verbraucherinnen empfiehlt, benötigt ein relativ hohes Vermögen.

Rentenberater10 am 30.04.2022 um 17:05 Uhr
Zu viele Fonds

Sie setzen ihren Schwerpunkt ständig auf Fonds. Auch diese Kosten, selbst ETF enthalten viele versteckte Kosten. Ich persönlich habe nur Einzelaktien und kassiere die Dividenden ohne irgendwelche versteckten Kosten. Bin gut gefahren damit die letzten 30 Jahre.

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.04.2022 um 09:26 Uhr
Alternative Energien

@mabies: Wem es um den Schwerpunkt erneuerbare Energien geht, findet entsprechende Fonds im Dauertest unter den Fondsgruppen / Branchenfonds / Aktien Neue Energien: www.test.de/fonds
Wer die (nachhaltige) Pantoffel-Strategie von Finanztest umsetzt, hat keinen Handlungsbedarf. Diese Anlagestrategie folgt keinem Trend: www.test.de/pantoffelmethode
Finanztest empfiehlt allen Anleger:innen ein möglichst breitgestreutes Weltaktien-Portfolio als Basisanlage, auch wenn sie nachhaltig anlegen möchten.
Fonds, deren Anlagepolitik sich nur auf einzelne Länder oder wenige Branchen beschränkt, empfehlen wir wegen des höheren Risikos höchstens als Beimischung im Depot-Renditebaustein. Eine Einzelbranche sollte nicht mehr als 10 Prozent des Portfolios ausmachen, alle Beimischungen zusammen nicht mehr als 30 Prozent.
Wer für die Basisanlage breitstreuende nachhaltige Weltaktien-ETF meiden will, kann sich alternativ für aus Nachhaltigkeitssicht strengere aktiv gemanagte Aktienfonds Welt mit etwa 5 Punkten entscheiden, deren Anlageschwerpunkt stärker auf Klimaziele gerichtet ist. Wir empfehlen dann statt einen solchen Fonds drei auszuwählen, um eine bessere Streuung zu erreichen.