Depotcheck So über­prüfen und optimieren Sie Ihr Wert­papierdepot

Depotcheck - So über­prüfen und optimieren Sie Ihr Wert­papierdepot
Auch sicher­heits­orientierten Spare­rinnen und Sparern empfehlen wir die Beimischung von Aktienfonds. © Getty Images / ewg3D

Einmal im Jahr sollte jeder sein Wert­papierdepot checken und ausmisten. Hier erklären die Anla­geexperten der Stiftung Warentest, wie das einfach und effektiv gelingt.

Inhalt

Extreme Kurs­bewegungen im Früh­jahr 2020

Beim Blick auf ihren jähr­lichen Depot­auszug werden sich viele Anleger verwundert die Augen reiben. Bei vielen Aktienfonds hat sich trotz Corona auf Jahres­sicht kaum etwas getan, die Bilanz wichtiger Märkte wirkt fast schon lang­weilig. Doch das ist nur die halbe Wahr­heit. Noch nie gab es an den Aktienmärkten so heftige Kurs­bewegungen wie im Früh­jahr 2020. Da sich die Börsen ruck­zuck wieder erholten, ist das in der Jahres­bilanz aber nicht sicht­bar.

Das bietet der große Depotcheck der Stiftung Warentest

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung. Finanztest erklärt, wie Anleger erkennen können, was ihre Rendite wirk­lich wert ist. Unsere Anleitung zeigt in sechs Schritten, wie Sie Ihr Depot in Form bringen und Ihre Fonds und Zins­anlagen optimieren.
  • Grafiken und Tabelle. Die Finanztest-Grafiken illustrieren, wie die wichtigsten Märkte im Jahr 2020 gelaufen sind, und welche Renditen Aktien-Renten-Mischungen im vergangenen Jahr und auf Fünf­jahres­sicht gebracht haben.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel aus Finanztest 2/2021.

Kompletten Artikel freischalten

Special Depotcheck

Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 4 Seiten).

3,00 €
Ergebnisse freischalten

Aktien breit streuen zahlt sich aus

Wer in der Corona-Krise kühlen Kopf bewahrte, kam ungeschoren davon. Viele professionelle Investoren hatten dagegen im März 2020 Aktien abge­stoßen. Mitunter blieb ihnen gar keine andere Wahl, weil sie ihre Entscheidungen an Computer­programmen ausrichten, die bei ­einem Crash Verkaufs­signale geben. Privat­anleger, die breit gestreute ETF im Depot haben, können bei Kurs­einbrüchen stets auf eine Erholung setzen, selbst wenn es mal ein paar Jahre dauern sollte. Der Aktien­index MSCI World hatte seinen Höchst­stand aus dem Februar 2020 zum Jahres­ende fast schon wieder erreicht.

Stopp-Loss-Marken sind oft das falsche Rezept

Die Idee, ein Depot vor Börsencrashs zu schützen, indem man Verkaufs­marken durch Stop-Loss-Kurse setzt, ist zumindest für breit gestreute Aktien-ETF ein Irrweg. Gern wählen Anleger Stop-Loss-Kurse etwa 20 bis 25 Prozent unter­halb des aktuellen Niveaus. In ­Krisen führt das regel­mäßig zu auto­mati­schen Verkäufen, ohne dass damit ein erkenn­barer Vorteil verbunden ist. Schließ­lich wollen Anleger ihre Anteile ja nicht dauer­haft loswerden, sondern irgend­wann zurück­kaufen. Wer so lange wartet, bis sich die Märkte beruhigt haben, zahlt oft mehr, als er beim auto­matischen Verkauf erlöst hat. Sinn­voller lang­fristiger Vermögens­aufbau geht anders. Bei Einzel­aktien können Stopp-Loss-Kurse sinn­voll sein, wenn sich Anleger vor geschäftlichen Risiken absichern wollen. Anders als bei breit streuenden Fonds kann sich das ­Motiv für den Kauf einer Aktie von heute auf morgen erledigt haben.

Riskante Einzel­aktien

Das Beispiel Wirecard zeigte mustergültig die erheblichen Risiken von Einzel­aktien. Die Aktie des ­Finanz­dienst­leisters war zwar für ihre heftigen Kurs­schwankungen bekannt, aber das Unternehmen galt als seriös. Dass ein Dax-Konzern in die Pleite schlittert, war in den mehr als 30 Jahren Index­historie noch nie passiert. Wie Zuschriften unserer Lese­rinnen und Leser zeigen, setzen selbst gut informierte Anleger mitunter viel zu sehr auf Einzel­titel. Gegen die Beimischung von Aktien ist nichts zu sagen, ­solange sie das Depot nicht „verklumpen“ – sprich: ein zu hohes Gewicht im Depot haben. Das ist Gift für die Stabilität des Depots. Es macht eben einen großen Unterschied, ob Anleger 10 oder gar 20 Prozent ihres Vermögens in ­einem Unternehmen wie Wirecard haben – oder die Aktie nur ein kleiner Teil eines breiten Portfolios ist.

Markt­vergleich ist unerläss­lich

Warum sollten sich lang­fristig orientierte Anleger über­haupt die Mühe eines Depotchecks machen? Und warum sollte sie die aktuelle Markt­entwick­lung interes­sieren? Einfache Antwort: Weil sie ansonsten möglicher­weise Rendite verschenken. Was die Wert­entwick­lung eines Depots tatsäch­lich wert ist, wissen Anleger erst, wenn sie das Ergebnis ins Verhältnis zum einge­gangenen Risiko setzen. In einem hervorragenden Börsen­jahr wird zum Beispiel so ziemlich jede aktienhaltige Geld­anlage einen Gewinn erzielen. Dennoch kann sie in Wahr­heit grotten­schlecht sein, weil sie dem breiten Markt weit hinterher­hinkt.

Finanztest zieht als Vergleichs­maßstab die Entwick­lung der breiten Aktien- und Rentenmärkte heran. Damit lassen sich alle gemischten Depots aus Aktien- und Zins­anlagen fair vergleichen.

Tipp: Bewertungen zu rund 8000 Fonds und ETF finden Sie in unserem großen Fondsvergleich.

Was Gewinne wirk­lich wert sind

Aber auch bei Misch­fonds oder Vermögens­verwaltungen, die auf Jahres­sicht Gewinne erzielten, sollten Anleger sehr genau hinschauen. Nur wenn die Produkte ähnlich gut abschneiden wie eine Index­mischung, die ungefähr ihrem Risiko entspricht, sind sie ihr Geld wert. Finanztest hat den Vergleichs­maßstab für unterschiedliche Depot­mischungen berechnet. Damit können Anleger ihre Finanz­produkte vergleichen.

Die Indizes kann man kaufen

Erfreulicher­weise haben Privat­anleger heute eine sehr bequeme Alternative. Sie können die betreffenden Indizes direkt kaufen – als börsen­gehandelte Indexfonds, sogenannte ETF – und kombinieren. Das gängige Baro­meter für den breiten Aktienmarkt ist der MSCI World, für den Anleihemarkt bietet sich ein Euro-Renten­index an, für Rohstoffe zum Beispiel der Index Thomson Reuters/Core Commodity CRB. Abhängig vom gewünschten Risiko können sich Anleger aus diesen Bausteinen ein Depot zusammen­stellen, das ihren Vorstel­lungen entspricht. Großer Vorteil: Unangenehme Über­raschungen, die von schlechtem Management oder exorbitanten Kosten herrühren, lassen sich vermeiden.

Verantwortung für das Risiko über­nehmen

Kleiner Nachteil: Anleger über­nehmen die Verantwortung für das Risiko selbst und können nicht mehr darauf hoffen, dass es ein Vermögens­verwalter schon richten wird, falls es einen Börsencrash gibt. Nach unseren Erfahrungen ist das aber ohnehin Wunsch­denken. Die Anla­gepro­fis bei Banken und Vermögens­verwaltungen können ebenso wenig in die Zukunft blicken wie ein Hobby­anleger.

Dieses Special wird regel­mäßig aktualisiert. Die letzte voll­ständige Über­arbeitung erfolgte am 21. Januar 2021. Ältere Nutzer­kommentare beziehen sich auf einen früheren Stand.

Jetzt freischalten

Special Depotcheck

Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 4 Seiten).

3,00 €

Wie wollen Sie bezahlen?

  • test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben
  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen.
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen.
  • Diesen Artikel per Handy kaufen.
  • Gutschein einlösen

Preise inkl. MwSt.

Fragen zum Kauf beantworten wir in unserem Hilfe-Bereich.

Warum ist dieser Artikel kostenpflichtig?

Die Stiftung Warentest

  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 3 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Mehr zum Thema

  • Raisin Invest ETF Configurator Ein Helfer fürs ETF-Portfolio

    - Das Fintech Raisin bietet mit dem Raisin Invest ETF Configurator einen neuen ETF-Portfolio-Helfer an. Die Stiftung Warentest hat sich das Angebot angeschaut.

  • Sparziel 100 000 Euro So viel müssen Sie auf die Seite legen

    - Wer träumt nicht davon, 100 000 Euro auf dem Konto zu haben? Wir zeigen Ihnen, wie viel Sie sparen müssen, damit es klappt!

  • JustETF Welt­portfolios bei Welt­sparen Vier verschiedene ETF-Welt-Portfolios – was können sie?

    - Der ETF-Informations­dienst JustETF bietet in Koope­ration mit dem Anlageportal Welt­sparen eine Geld­anlage mit fertig gemischten ETF-Welt-Portfolios mit verschiedenen...