Interview: „Diese Gerüchte sind absoluter Quark“

Deosprays Test

Professor Dr. med. Berthold Rzany ist Haut­arzt, Epidemiologe und Spezialist für starkes Schwitzen an der Charité in Berlin. Er klärt über Anti­transpirantien auf.

Wie wirken Anti­transpirantien?

Herkömm­liche Anti­transpirantien enthalten nied­rigdosierte Aluminiumsalze. Sie verengen die Schweiß­drüsen, deutlich weniger Schweiß tritt aus.

Bergen Aluminiumsalze Gefahren?

Aluminiumsalze können die Haut reizen. Das ist schon die einzige Neben­wirkung. Wer empfindlich reagiert, sollte sein Deo in möglichst langen Abständen auftragen. Bei frisch­rasierten Achseln tut es gut, etwa sechs Stunden auf ein Deo zu verzichten.

Was ist dran an Gerüchten, dass Aluminiumsalze in Deos das Krebs- und Alzheimer-Risiko erhöhen?

Nichts. Diese Gerüchte sind absoluter Quark. Mir ist keine epidemiologische Studie bekannt, die einen Zusammen­hang bestätigen würde.

Fördern Parabene, die vor allem früher Deos konservierten, Brust­krebs?

Nein. Auch für diesen Zusammen­hang fehlen wissenschaftliche Belege.

Können Deos all­ergen wirken?

Manche Menschen reagieren allergisch auf einige Duft­stoffe.

Wer schwitzt besonders stark?

Bis zu 4 Prozent der Bevölkerung leiden an verstärktem Schwitzen an bestimmten Stellen. Die Gründe sind unklar. Bei Überge­wicht oder Stoff­wechselkrankheiten schwitzt der ganze Körper.

Was hilft krankhaften Schwitzern?

Eine stufen­weise Therapie. Aluminium­chloridpräparate – am besten abends aufgetragen – helfen den meisten Betroffenen. Danach wären Tabletten oder Botulinumtoxin die nächsten Schritte.

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