Deosprays Test

Sie sollen üblen Körpergeruch über­duften, Bakterien auf der Haut in Schach halten und Schweiß mindern. Doch 6 von 16 Deos im Test kommen gegen den Schweiß nicht an.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test:Deos.

Deosprays Test

Gründlich waschen: Ein Proband wäscht sich, damit das Deo optimal wirken kann.

Die Tester haben sich jetzt mit dem Schweiß aus 1 280 Achselhöhlen befasst: 640 Frauen und Männer kamen als Probanden regel­mäßig ins Labor. Vorweg lernten sie, die Prüf­produkte aufzutragen – erst die Haut unter den Armen mit unparfümierter Wasch­lotion reinigen, dann abtrocknen, nur eine Achsel mit Deo einsprühen. Die andere blieb unbe­handelt. So machten es die Probanden auch zuhause. Immer ging es danach in den Alltag – ins Büro, zur Uni, auf den Bau, in die Küche.

Je nach ausgelobter Wirk­dauer des Deos kamen die Probanden 8, 24 oder 48 Stunden später in das Labor, wo Experten den Geruch unter den Achseln erschnüffelten und Schweiß­mengen ermittelten.

Auch Marken-Deos versagen

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Korrekt sprühen: Der Proband lernt, das De 3 bis 4 Sekunden im Abstand von 15 Zenti­metern auf eine Achsel aufzusprühen.

Alle 16 Deos im Test wirken gegen Körpergeruch. Den Schweiß stoppen aber nicht alle. 6 können es nicht, darunter die Markendeos adidas action 3 und Dove Aqua Impact. Im Prüf­punkt Schweiß­minderung sind sie mangelhaft. Sie bezeichnen sich als Anti­transpirant, adidas als Anti-Perspirant, was das Gleiche meint. Der lateinische Name Anti­transpirant bedeutet „gegen das Schwitzen“, Verbraucher vertrauen darauf. Fast alle Deos im deutschen Handel wollen heute Anti­transpirante sein.

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Konzentriert schnüffeln: Eine Expertin prüft, ob das Deo gegen Geruch wirkt. Im Test über­zeugten in diesem Punkt alle Deos

Sie enthalten meist nicht nur Parfüm, sondern auch Aluminiumsalze gegen Schweiß. Sie sollen die Schweiß­drüsen verengen, sodass weniger Schweiß nach außen fließt. Einige Verbraucher fürchten, dass die Aluminiumsalze gefähr­lich sind. Experten geben aber Entwarnung (siehe Interview).

Mit Papiertüten in den Schwitzraum

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Tütchen unter dem Arm: So sitzt der Proband 2 mal 20 Minuten lang im Schwitzraum.

Die Rezepturen der Deos unterscheiden sich, die Wirkung auch. Das offen­barte sich im Test beim Belastungs­schwitzen: Dafür mussten die Probanden 40 Minuten in einem Schwitzraum sitzen – bei 38 Grad und 35 Prozent Luft­feuchtig­keit. Je nach ausgelobter Wirk­dauer des Deos hatten sie sich 24 oder 48 Stunden zuvor die eine Achsel besprüht, die andere nicht. Unter beiden klemmte ein Filter­papiertütchen mit Kieselgel, das allen Schweiß aufsaugte.

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Tütchen auf der Wage: Der Schweiß wird nach der Schwitzkammersit­zung gewogen.

Am Ende wogen die Tester die Tütchen und verglichen das Gewicht. Waren beide Tütchen etwa gleich schwer, so hat das Deo kaum etwas bewirkt. Das traf auf sechs Deos zu. Die Folgen können peinlich sein – Schweiß­flecken auf Bluse, Hemd und T-Shirt. Lediglich zehn Deos konnten nach 24, teil­weise auch nach 48 Stunden die Schweiß­mengen deutlich bremsen.

Interes­sant: Nur etwa 1 Prozent des Körper­schweißes strömt aus den Achseln, doch dort verdunstet er am schlechtesten.

Freundlich zu Textilien und Haut

Früher beschwerten sich Deonutzer oft über weiße Ränder auf der Kleidung. Viele Deohersteller versichern heute, dass das Problem keine Rolle mehr spiele. Wir haben die Probanden im Test zu Deof­lecken befragt, niemand klagte darüber. Ergänzend haben wir auf Baumwolle, Kunst­faser und Seide künst­liche Flecken erzeugt – sie ließen sich aus allen Stoffen auswaschen.

Deosprays Test

Achsel im Nebel: Reizt das Deo die Haut?

Die Deos im Test waren nicht nur freundlich zu Textilien, sondern auch zur Haut. Die Probanden beur­teilten die Haut­verträglich­keit als insgesamt gut.

Im Test beob­achteten wir: Bei Männern und bei Frauen gibt es starke und schwache Schwitzer. Es müffelt auch unabhängig vom Geschlecht. Für Unterschiede zwischen den Schwitzern gibt es viele Gründe – Hormone, Überge­wicht, Anstrengung, Gefühls­regungen, die Menge an Schweiß­drüsen. Die Drüsen fördern Feuchtig­keit aus dem Körper auf die Haut, damit er nicht über­hitzt. Frischer Schweiß riecht nicht. Erst wenn ihn Bakterien auf der Haut zersetzen, entstehen üble Noten. Die Tester bekamen solche Naturaromen verstärkt unter den deofreien Achseln zu riechen.

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