Noch nach 24 Stunden zeigten die getesteten Deodorants Wirkung. Doch für ein „sehr gutes“ test-Qualitätsurteil reichte es nur beim Stick Rexona Activreserve Cotton Dry.

Bei Hochleistungssportlern fließt der Schweiß in Strömen: Bis zu zehn Liter pro Tag können es im Extremfall sein. Im vergleichsweise trägen Alltag verfliegt täglich etwa ein halber Liter Schweiß auf unserer Haut, bei Hitze oder Stress mehr. Dafür sorgen die zwei bis drei Millionen über den ganzen Körper verteilten Schweißdrüsen, deren Aufgabe es ist, Feuchtigkeit an die Hautoberfläche zu befördern, um eine Überhitzung des Organismus zu verhindern. Der austretende Schweiß sorgt für die notwendige Kühlung und tut nebenbei der Haut auch gut.

Mit der Pubertät geht es los

Unangenehme Gerüche entstehen dabei erst mit der Pubertät. Dann beginnen neben den ekkrinen Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind, auch die apokrinen Drüsen zu arbeiten, die vor allem unter den Achseln und im Genitalbereich liegen. Das Sekret, das sie absondern, ist geruchlos und beginnt erst zu müffeln, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen und so die im Hautfett enthaltenen Fettsäuren chemisch verändern.

Wie stark der dabei entstehende Schweißgeruch ist, ist individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen genügen Wasser und Seife, um Körpergeruch zu beseitigen und vorzubeugen. Doch wer sich damit allein nicht sicher fühlt, vertraut zusätzlich einem Deodorant: Immerhin 70 Prozent der Deutschen sind ständige Nutzer, Frauen häufiger als Männer.

Nicht auf jedes Deo ist Verlass

Deos Test

Schweißtreibend: Viele Deos schützen „gut“ vor Achselnässe und Schwitzflecken.

Doch nicht alle Deos wirken gleichermaßen verlässlich, wie unser Test zeigt. Ein völliger Versager war zwar nicht dabei, doch immerhin 6 der 25 Deos im Test schützen nur „befriedigend“ vor Schweißgeruch, der Deokristall von CL sogar nur „ausreichend“. Doch die meisten Deos erwiesen sich als „gute“ Miefbremsen, der Stick Rexona Activreserve Cotton Dry und das Spray Tabac Original Anti-Pers­pirant waren in der Deowirkung insgesamt sogar „sehr gut“. Auch nach 24 Stunden waren noch deutliche Effekte zu erschnuppern und die ungeliebten Schweißflecken merklich reduziert.

Schon für weniger als einen Euro

Erfreulich: „Gute“ Deos müssen nicht teuer sein. Man bekommt sie schon für weniger als einen Euro, zum Beispiel den Roller von Rossmann / Isana oder das Spray von Norma / Elcurina. Wobei Roller, Sticks und Kristalle in der Anwendung als besonders sparsam gelten und das Portmonee vergleichsweise weniger belasten.

Dennoch ist das Aerosolspray nach wie vor der Deutschen liebstes Deo. Zwölf dieser Sprühflaschen hatten wir im Test, darunter auch vier mit herben Duftnoten speziell für Männer. Heutzutage befördern alle Sprays die Deowirkstoffe mit vergleichsweise umweltverträglichen Treibmitteln unter die Achseln. Völlig ohne Treibmittel kommt das ebenfalls geprüfte Pumpspray aus. Ferner haben wir Roller und Sticks getestet, die direkt auf die Achsel aufgetragen werden. Ein Deokristall rundet die Auswahl ab: Man befeuchtet den Stein mit etwas Wasser und streicht ihn unter die Achseln.

Etwas Eigengeruch bleibt

Deos Test

Profischnüffler: Geruchsexpertinnen testen den Schweißgeruch der Probanden direkt an der Achsel.

Deodorieren heißt: den Geruch entfernen. Wortwörtlich sollte man das nicht nehmen. Denn von der individuellen Duftmarke bleibt auch beim besten Deo immer ein wenig zurück. Und das ist gut so. Denn Gerüche spielen im zwischenmenschlichen Bereich durchaus auch eine sehr positive Rolle.

Deos können die Geruchsintensität aber erheblich verzögern oder behindern. Das zeigte sich auch im Test: Prüfer mit geschulten Nasen erschnüffelten an jeder Person, wie die deodorierte Achsel im Vergleich zu der anderen roch, die zu Vergleichszwecken ohne Deo geblieben war. Sie schnupperten sowohl acht Stunden nach der Anwendung als auch noch einmal nach 24 Stunden und beurteilten die Wirkung auf einer siebenstufigen Skala. Bei den Deos, die nach acht Stunden eine „sehr gute“ Wirkung zeigten, hatte sich der Schweißgeruch im Durchschnitt um etwa zwei Stufen gemindert. Auch als die Probanden am nächsten Tag erneut ihre Achseln „besniffen“ ließen, war noch eine Deowirkung zu bemerken, wenn auch durchweg schwächer als am Tag zuvor.

Hinter den Durchschnittswerten verbergen sich allerdings zum Teil beträchtliche Abweichungen. Schließlich schwitzen auch die Probanden unterschiedlich stark und die Deos wirken nicht bei jedem gleich. So kam es schon mal vor, dass unsere Supernasen eine Verbesserung von vier Stufen erschnupperten, während dasselbe Deo beim nächsten Probanden den Geruch nur um eine Stufe reduzierte. Es gab allerdings niemanden, bei dem die Deos völlig versagten.

Beim Deokauf sollte auch die eigene Nase mitentscheiden. Schließlich möchte man nicht nur peinlichen Schweißgeruch vermeiden, sondern auch angenehm duften. Doch eine Parfümierung, die dem einen gefällt, kann dem nächsten viel zu aufdringlich erscheinen oder gar mächtig stinken. Die individuellen Geschmäcker bei der Beurteilung von Duftnoten sind derart unterschiedlich, dass wir auf eine Bewertung verzichtet haben. Manch einer bevorzugt auch unparfümiertes Deo, schon damit es sich nicht mit einem zusätzlich benutzten Parfüm „beißt“.

Bakterien werden ausgebremst

Bei den Test-Deos werden meist mehrere Stoffe und Wirkprinzipien kombiniert. Große Neuerungen gibt es nicht, seit sich die Wirksamkeit schon vor einiger Zeit deutlich verlängert hat, meist dank der Aluminiumsalze, die heute fast in jedem handelsüblichen Deo zu finden sind.

Folgende Substanzen kommen allein oder kombiniert zum Einsatz:

  • Parfümstoffe überdecken die Gerüche und bremsen die Aktivität der Bakterien.
  • Alkohol desinfiziert und verzögert ebenfalls das Bakterienwachstum.
  • Aluminiumsalze verengen die Schweißdrüsenausgänge und verringern damit die austretende Schweißmenge um etwa 20 bis 50 Prozent. Auch sie haben eine bakterienhemmende Wirkung.

Nicht für jeden verträglich

Unsere Probanden vertrugen die Deos durchweg gut. Auch dem Dermatologen, der den Test begleitete, fielen keinerlei Produktunverträglichkeiten auf. Dennoch gibt es Menschen, die auf Deos empfindlich reagieren. Meist sind die Deo-Wirkstoffe die Verursacher der Probleme, also Parfüm, Alkohol oder die schweißhemmenden Aluminiumverbindungen. Im All­gemeinen sind es kurzfristige Reaktionen, die schnell wieder verschwinden, sobald man das Deo absetzt. Trotzdem empfiehlt sich dann der Check beim Hautarzt. Er kann auch herausfinden, auf welche Substanz die Überempfindlichkeit zurückzuführen ist.

Manch Deoverwender hat sich schon über weißliche Verfärbungen auf der Kleidung geärgert, die früher oft auch nur schwer zu entfernen waren. Schuld daran sind die Aluminiumsalze, die zusammen mit dem Schweiß zum Teil recht hartnäckige Flecken, besonders auf empfindlichem Gewebe verursachen können.

Weniger weißliche Flecken

Insgesamt haben die Deohersteller dieses Problem heute offensichtlich besser im Griff. Im Test ließen sich Flecken – sofern sie überhaupt auftraten – problemlos auswaschen. Sollte das im Einzelfall nicht klappen, empfehlen die Hersteller, das Kleidungsstück mit Essigwasser vorzu­behandeln, bevor es wie üblich in der Waschmaschine gewaschen wird.

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