Denttabs. Schme­cken nach Minze und Back­pulver und sollen die Zähne schützen. Die Kautabletten werden als Zahnpasta-Alternative verkauft.

In Biomärkten gehören Zahnputz­tabletten und -pulver zum Zähneputzen schon länger zum Sortiment, inzwischen finden sich die Konkurrenten zur herkömm­lichen Zahn­creme auch im Regal von Drogeriemärkten. Viele halten sie für eine nach­haltige Alternative zur Paste aus der Tube. Veteran unter den alternativen Zahn­pfle­gepro­dukten sind Denttabs, kleine Kautabletten in der Tüte. Stiftung Warentest hat sie vor einigen Jahren bereits unter die Lupe genommen und jetzt noch einmal begut­achten lassen.

Erst kauen, dann putzen

„100 Prozent plastikfrei, ökologisch und frei von Konservierungs­stoffen, Konsistenz­gebern und anderen unnötigen Inhalts­stoffen“ – so wirbt der Anbieter für seine Denttabs. Pro Putz­vorgang soll ein „Tab“ reichen. Die kleine weiße Tablette wird zerkaut, bis sie mit dem Speichel im Mund eine Paste gebildet hat. Dann kann es losgehen mit dem Zähneputzen. Allerdings ist der Geschmack gewöhnungs­bedürftig: Zunächst fühlt sich die Tablette stumpf-trocken-bröselig an, danach schmeckt sie haupt­sächlich nach Minze und Back­pulver, im Abgang hat sie eine bitter-säuerliche Schärfe. Anders als herkömm­liche Zahn­creme kommen die Kautabletten aber ohne Emulgatoren, Feucht­halte- und Binde­mittel und Konservierungs­stoffe aus.

Weniger Inhalts­stoffe als Zahnpasta

Denttabs haben ein Siegel für zertifizierte Naturkosmetik; die Rezeptur ist auf wenige Inhalts­stoffe beschränkt. 12 listet der Hersteller auf:

Kiesel­erde und mikrofeine Zellulosefasern sind Putzkörper, die für Abrieb sorgen beziehungs­weise die Zähne polieren; Fluorid beugt Karies vor; Natron reguliert den pH-Wert ebenso wie Zitronensäure; ein Tensid lässt die Tabletten bei Kontakt mit Speichel schäumen; der Hilfs­stoff Magnesi­umstearat dient während der Herstellung als Trenn­mittel, Xanthan Gum als Verdickungs- und Gelier­mittel; für den Geschmack sind Menthol, die Aromen Minze und Eugenol zuständig. Weiterer Inhalts­stoff: das Süßungs­mittel Stevia.

Herkömm­liche Zahnpasten enthalten meist mindestens doppelt so viele Inhalts­stoffe – erprobte und zugelassene Substanzen, die zum Beispiel für die cremige Konsistenz notwendig sind.

Schutz vor Karies: Wenig Fluorid pro Tablette

Wichtig für ein Zahnputz­mittel ist vor allem der Schutz vor Karies. Deswegen sollten Pasten, Pulver oder Tabletten stets Fluorid enthalten, denn nur damit funk­tioniert eine effektive Anti-Karies-Wirkung. Den Fluorid­gehalt der getesteten Denttabs gibt der Hersteller mit 1450 ppm an (Parts per Million, auf Deutsch Anteile pro Million) – das entspricht dem einer herkömm­lichen Zahn­creme. Aber: Von Zahnpasta landen ein bis andert­halb Gramm pro Putz­vorgang auf der Bürste, eine Denttabs-Tablette wiegt jedoch nur etwa 0,33 Gramm. Das bedeutet, dass lediglich ein Fünftel bis ein Drittel der Fluoridmenge einer Zahnpasta in die Mund­höhle gelangt. Da Denttabs jedoch nur eine Tablette für einmal Zähneputzen empfiehlt, bezweifeln die Gutachter der Stiftung Warentest, dass damit die gleiche Wirk­samkeit wie bei einer guten Fluoridzahnpasta erreicht werden kann. Dazu bräuchte es mindestens drei Denttabs pro Putzgang.

Tipp: Gute herkömm­liche Zahn­cremes zeigt unser Zahnpasta-Test.

Viele Zahn­cremes machen mehr Versprechungen

Zahnpasten schützen nicht nur vor Karies, manche helfen auch gegen Plaque, Gingivitis, Zahn­stein und bei hyper­sensiblen Zähnen, einige haben eine „Weiß­macher“-Funk­tion. Die Anbieter der alternativen Kautabletten versprechen solche zusätzlichen Wirkungen nicht – die sind auf Grund der Inhalts­stoffe aber auch nicht zu erwarten. Denttabs wirbt abge­sehen von der „einzig­artigen Fluorid­wirkung“ lediglich damit, „schonend für Zähne und Zahn­fleisch“ zu sein.

Vorteil: Nach­haltig in der Herstellung

Eines haben die Denttabs herkömm­lichen Zahnpasten allerdings voraus: Sie kommen in Tütchen, die laut Anbieter im Wesentlichen aus Papier mit einer Trenn­schicht auf Mais­stärke-Basis hergestellt werden und voll kompostier­bar sein sollen − über­prüft haben wir das nicht. Zahnpasta allerdings gibt es üblicher­weise in wenig nach­haltigen Plastiktuben zu kaufen. Außerdem sind die Tabletten leichter, da sie im Gegen­satz zu Zahn­cremes kein Wasser enthalten. Das spart Energie beim Trans­port.

Nachteil: Acht­mal so teuer wie preis­werte Zahnpasta

Die Nach­haltig­keit hat ihren Preis: Eine Tüte mit 125 Tabletten à zirka 0,33 Gramm kostet zwischen fünf und sechs Euro, das macht pro Putzgang etwa 4 Cent – wenn man zwei Tabletten kaut, sogar 8 Cent; bei Zahn­cremes kostet einmal Putzen mit den güns­tigsten aus dem aktuellen Zahnpasta-Test der Stiftung Warentest gerade mal um die 0,5 Cent.

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