Können Menschen mit Alzheimer-Demenz langfristig auch von nichtmedikamentösen Behandlungsverfahren profitieren? Dieser Frage ist jetzt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nachgegangen.

Hinweise für einen Zusatznutzen im täglichen Leben fand es für Gehirnjogging oder Gedächtnistraining bei Patienten, die bisher nur eher leicht erkrankt sind. Einen positiven Effekt auf die Lebensqualität gebe es auch, wenn Angehörige die Patienten betreuen und sich um sie kümmern. Die Unterbringung der Demenzkranken in einem Pflegeheim scheint sich dadurch deutlich hinauszögern zu lassen. Für den Nutzen körperlicher Aktivierung gibt es dagegen keine interpretierbaren Daten, so das Institut. Hier wird sogar zu Vorsicht geraten, denn das Risiko von Verletzungen steige.

Bei Arzneimitteln, die bei Demenz und Symptomen wie Unruhe und Aggressivität verordnet werden wie zum Beispiel beim Wirkstoff Haloperidol, sei zu bedenken, dass Gangstörungen und eine Verlangsamung von Bewegungen auf­treten könnten. Weiterhin unklar ist der Nutzen einer nichtmedikamentösen Behandlung im Vergleich zu Arzneimitteln mit für die Alzheimer-Demenz zu­ge­lassenen Wirkstoffen wie Cholinesterasehemmern, Memantin oder Ginkgo biloba. Das Institut fand keine einzige Studie, die diese Frage vergleichend untersucht hätte. Weitere Forschungen seien deshalb unbedingt erforderlich.

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