Gegen das Vergessen. Bewegung beugt Demenz vor.

Fast zwei Millionen Menschen hier­zulande sind dement. Die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) setzt auf Vorsorge – mit einer einfachen Formel: Bewegung und abwechs­lungs­reiche Ernährung. Dennoch rechnen die WHO-Experten mit einem starken Anstieg der Demenz­erkrankungen.

Erst­mals WHO-Leit­linien gegen Demenz

Was fürs Herz gut ist, ist auch gut fürs Hirn: Auf diese einfache Formel bringt die Welt­gesund­heits­organisation ihre neuen Leitlinien zur Vorbeugung von Demenz. Demnach hilft besonders Bewegung, um nicht an Demenz zu erkranken. Körperlich aktive Menschen würden insgesamt seltener dement, so die WHO. Vorbeugen durch Bewegung funk­tioniere auch, weil körperliche Aktivität gegen Blut­hoch­druck helfe – und der gilt als Risiko­faktor für Demenz. Wer Demenz vorbeugen will, sollte zudem aufhören zu rauchen.

Vorteil durch Mittel­meerdiät

Die Gesund­heits­schützer der WHO setzen im Kampf gegen Demenz auch auf die Mittel­meerdiät: abwechselungs­reiche Kost mit viel Gemüse, Fisch und ungesättigten Fett­säuren, wie sie in Olivenöl enthalten sind. Von der Aufnahme ungesättigter Fett­säuren und Vitaminen über Nahrungsergänzungsmittel raten sie aber ab. Geht es nach ihnen, sollen solche Pillen auch nicht mehr als demenz­vorbeugend beworben werden dürfen.

Risiko Alter

Doch die Experten der WHO machen auch klar: Demenz lässt sich vielfach nicht verhindern. Das größte Risiko zu erkranken bringt weiterhin schlichtweg das Altwerden mit sich. Weil die Lebens­erwartung auch in Deutsch­land steigt, rechnen die Gesund­heits­experten bis 2050 mit dreimal so vielen Demenz­kranken wie derzeit.

Helfen mit Bedacht

Für Betroffene wie für Familien ist die Diagnose Demenz ein Schock. Umso wichtiger ist es, dass helfende Angehörige psychisch und physisch fit bleiben. In Ruhe zu prüfen, inwieweit sie sich in die Versorgung ihrer demenz­kranken Lieben einbringen können – und wo sie vielleicht Unterstüt­zung brauchen -– ist wichtig.

Ratgeber der Stiftung Warentest

Wie Angehörige und Freunde lernen können, mit der Krankheit umzu­gehen, zeigt unser Buch Demenz. Den richtigen Weg finden. Der Ratgeber gibt sowohl Empfehlungen für die neue Lebens­gestaltung auf zwischen­menschlicher Ebene, als auch Antworten auf ganz pragmatische Fragen wie die nach finanzieller Unterstüt­zung und Betreuung. Neben Erfahrungs­berichten, Formularen und Adressen gibt es viele praktische Tipps. Das Buch hat 207 Seiten und kostet 19,90 Euro.

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