Weichen für die Zukunft stellen

An Demenz Erkrankte und ihre Angehörigen sollten sich vergegenwärtigen: Die Krankheit wird das Leben über viele Jahre bestimmen, den gewohnten Alltag früher oder später verändern. Alle Betroffenen müssen wichtige Entscheidungen treffen.

Die Zukunft gestalten

Ein guter Zeitraum, um Weichen für die Zukunft zu stellen, sind die Tage und Wochen nach der Diagnose. Dabei gilt: Erkrankte und ihnen nahe stehende Personen sollten nicht nur die neue Situation beleuchten, sondern auch ihre Gefühle und Wünsche - und danach erst entscheiden und handeln. Alle sollten sich ausführlich über die Krankheit, die vermutlich auftretenden Folgen und Belastungen informieren. test.de hat eine Liste ausgewählter Institutionen zusammengestellt, die dabei helfen. Jeder muss für sich im Vorfeld klären, was er selbst beitragen kann und möchte. Auch der Erkrankte muss seine Vorstellungen und Wünsche äußern können, besser noch schriftlich in vorsorgenden Verfügungen festhalten. Akzeptiert er die Diagnose einer chronisch verlaufenden Demenz nicht, sollte er so weit wie möglich in Entscheidungen mit einbezogen werden.

Tipps

  • Überstürzen Sie nichts. Setzen Sie sich gründlich mit der Krankheit, ihren Phasen und Behandlungsmöglichkeiten auseinander.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie, mit Freunden und Fachleuten über die Krankheit und ihre Folgen. Das hilft, die Situation realistisch wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen. Rufen Sie, wenn möglich, einen Familienrat ein.
  • Lehnen Sie nicht vorschnell Hilfe von außen ab. Für eine Person allein ist es fast unmöglich einen demenzkranken Menschen über Jahre hinweg ohne weitere Hilfen zu betreuen.

Motive für die Pflege erkennen

Für die meisten Angehörigen ist es selbstverständlich, einen erkrankten Verwandten zu pflegen - aufgrund persönlicher Verbundenheit oder Liebe. Weitere Motive können aber auch moralische oder traditionelle Verpflichtungen, Dankbarkeit oder etwa wirtschaftliche Gründe sein. Es lohnt sich über die Motive für die Übernahme einer Pflege nachzudenken und sie zu hinterfragen. Das hilft mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen oder zu vermeiden, zum Wohle aller. Die Pflege eines demenzkranken Menschen erfordert dauerhaft viel Kraft: Die Krankheit wird die Persönlichkeit des Erkrankten verändern. Ein Auflösungsprozess, der nicht aufzuhalten ist. Die Beziehung zueinander ändert sich. Es fällt schwer, solche oft negativen Veränderungen als Folge der Krankheit zu akzeptieren.

Tipps

  • Wenn Sie sich etwa aufgrund von gesellschaftlichem oder familiärem Druck zur Übernahme der Pflege verpflichtet fühlen, äußern Sie rechtzeitig Ihre Bedenken und suchen Sie möglichst mit Ihrer Familie nach Lösungen.
  • War das Verhältnis zwischen Ihnen und dem Kranken schon vor der Diagnose der Krankheit schwierig, kann die Übernahme der Pflege die Situation verschärfen: Es besteht das Risiko von Aggressionen - von beiden Seiten. Dann kann die Pflege durch andere Angehörige, Pflegeprofis oder der Umzug in ein Heim oder eine Demenz-WG die bessere Wahl sein.
  • Die Liebe für den Kranken zeigt sich auch dadurch, dass Sie auf sich selbst achten, Ihre Grenzen realistisch einschätzen und rechtzeitig Hilfe suchen. Viele pflegende Angehörige überfordern sich, nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum noch wahr - und schaden damit sich selbst und letztlich auch dem Kranken.
  • Informieren Sie sich über professionelle Hilfen, etwa Pflegedienste oder Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen. Vermittlungsagenturen vermitteln den Kontakt zu ausländischen Pflegekräften (Infos auch bei test.de: Vermittlungsagenturen für die Pflege zu Hause).

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