Medikamente bei Alzheimer-Demenz

Wirkstoff

Präparate (Beispiele)

test.
URTEIL

test-Kommentar

Azetylcholinesterasehemmer

Donezepil

Aricept

MIT EINSCHRÄNKUNG GEEIGNET

Bei Alzheimer nehmen vor allem Gehirnzellen Schaden, die auf den Nervenbotenstoff Azetylcholin reagieren. Dieses Wissen führte zum Einsatz von Azetylcholinesterasehemmern, die den Abbau des Botenstoffs verhindern. Doch können die Wirkstoffe den Untergang der Hirnzellen nicht stoppen, sondern das Fortschreiten der Demenz nur für etwa fünf bis zehn Monate verzögern. Danach schwindet die geistige Leistungsfähigkeit ähnlich wie bei Kranken, die nicht behandelt wurden. Die Mittel sollten abgesetzt werden, sobald die Fähigkeiten unter einen bestimmten Wert gesunken sind. Dann überwiegen die unerwünschten Wirkungen den Nutzen.

Galantamin

Reminyl

Rivastimin

Exelon

Sonstige

Ginkgo

Gingium, Tebonin, Ginkobil-ratiopharm

WENIG GEEIGNET

Der Extrakt aus Blättern des Ginkgobaumes soll unter anderem die Durchblutung des Gehirns verbessern und so günstig auf die geistige Leistungskraft wirken. Einige positive Studienergebnisse liegen vor. Wegen methodischer Mängel und anderer Unklarheiten sind weitere aussagekräftige Untersuchungen notwendig. Derzeit lautet die Bewertung daher „wenig geeignet“. Ein Behandlungsversuch ist jedoch vertretbar, wenn Azetylcholinesterasehemmer nicht eingesetzt werden können.

Memantin

Axura, Ebixa

Memantin soll schädliche Auswirkungen des Nervenbotenstoffs Glutamat auf Hirnzellen verhindern. Allerdings ist die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen – auch nicht im Hinblick auf deutliche Verbesserungen im Alltag, die sich Betroffene und ihre Angehörigen erhoffen. Es kann allenfalls bei Personen mit schwerer Demenz ein Behandlungsversuch damit unternommen werden, wenn der Arzt das im Einzelfall für sinnvoll hält.

Dihydro-ergotoxin

DCCK, Hydergin, Orphol

Dihydroergotoxin ist ein Stoffgemisch aus dem Mutterkorn, einem dunklen Gebilde, das durch den Befall von Roggenähren mit bestimmten Pilzen entsteht. Durch verschiedene Mechanismen soll Dihydroergotoxin Hirnleistungsstörungen entgegenwirken. Doch ist die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen.

Nimodipin

Nimotop

Nimodipin soll die Durchblutung der kleinen Hirngefäße verbessern. Ob sich das positiv auf die Leistungskraft von Demenzkranken auswirkt, ist aber noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Pirazetam

Piracetam-neuaxpharm, Piracetam-ratiopharm, Piracetam AL

Pirazetam soll den Stoffwechsel verbessern, der das Gehirn mit energiereichen Verbindungen versorgt. Dass der Wirkstoff die geistige Leistungsfähigkeit von Demenzkranken verbessert, ist nicht ausreichend nachgewiesen. Zusätzlich können unerwünschte Wirkungen wie Aggressivität, Angst, depressive Verstimmung oder Schwindel recht belastend sein.