Besuch. Menschen mit Delir hilft es, wenn sie oft Angehörige sehen.

Abrupt einsetzende Phasen geistiger Einschränkung können gerade bei Senioren auf Delir hindeuten. Hier lesen Sie, woher es kommt und was hilft. Wichtig zu wissen: Ein Delir darf nicht mit Demenz verwechselt werden.

Oft sind Patienten im Kranken­haus betroffen

Plötzlich lässt das Gedächt­nis einen Menschen im Stich. Er weiß nicht mehr, welcher Tag ist, wo er sich befindet. Delir heißt das Fach­wort für derartige Bewusst­seins­störungen. Oft sind Patienten im Kranken­haus betroffen – und dann vor allem ältere Menschen.

Krise durch Klinik­aufenthalt – OP oder Schmerzen

Etwa jeder Dritte über 70 Jahren erleidet laut Schät­zungen in der Klinik ein Delir. Auslöser können Operationen oder starke Schmerzen sein, aber auch Infektionen, Flüssig­keits­mangel, Reaktionen auf Medikamente. Nicht selten verursachen Angst oder Stress ein Delir – im Alter genügt oft eine räumliche Veränderung. Möglich ist ein Delir natürlich nicht nur in der Klinik, sondern auch anderswo.

Delir von Demenz unterscheiden

Problematisch ist, dass Ärzte und Angehörige das Delir oft nicht erkennen oder mit Demenz verwechseln. Während sich Demenz eher lang­sam anbahnt, verändert das Delir binnen Stunden das Denken und die Konzentration. Einige Betroffene bekommen Halluzinationen, reagieren über­aktiv oder apathisch. Ein unbe­handeltes Delir kann ernste Folgen haben, gerade in der Klinik.

Delir schnell behandeln

„Es gefährdet nach­haltig den Behand­lungs­erfolg und führt sogar zu einer erhöhten Sterb­lich­keit“, sagt Dr. Jan Menzenbach, Ober­arzt am Universitäts­klinikum Bonn. Er forscht zu Delir nach operativen Eingriffen. Ärzte sollten lernen, es früh­zeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen. Die Behand­lung setzt oft an der Ursache an. Das kann zum Beispiel bedeuten, ein Antibiotikum gegen eine Infektion zu verordnen oder eine Elektrolytlösung bei Dehydrierung. Auch pflegerische Unterstüt­zung ist wichtig, damit Betroffene wieder Orientierung finden und schnell auf die Beine kommen.

Tipp: Angehörige können Menschen mit Delir helfen, indem sie oft und regel­mäßig zu Besuch kommen. Lesebrille oder Hörgerät oder vertraute Dinge fördern, sich wieder zurecht­zufinden.

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