Deka Optirent Meldung

Hoch oben thronen bei der Deka offenbar die Verkäufer der Optirent-Fonds – weit über den Kunden.

Was die Fondsgesellschaft Deka ihren Kunden im Infomaterial zu den Optirent-Fonds sagen will, versteht kein Mensch. Und auch der Presse will Deka keine Auskünfte über ihre Rentenfonds Deka Optirent 1y, Optirent 2y, 3y und 5y geben. Es sollen steueroptimierte Fonds sein. Wie sie funktionieren, ist ein Rätsel.

Rendite

Die Kurzporträts der Deka im Internet sind undurchsichtig und womöglich fehlerhaft. Schon die Angabe zur Rendite bleibt im Un­gefähren: „Deka-OptiRent 1y erzielt durch die Kombination von Wertpapieren mit modernen Finanz­instrumenten eine attraktive Rendite im 1-Jahresbereich“, heißt es. Wie hoch sie sein soll, steht hier nicht.

Fondsportfolio

Weitgehend unverständlich sind die Angaben zum Fonds­portfolio. Obwohl es sich um einen Rentenfonds handelt, beträgt der Anteil der Rentenpapiere laut Kurzporträt beim OptiRent 1y nur 29 Prozent (Stichtag 31. Oktober). Das ist schon erstaunlich genug. Ratlos bleibt zurück, wer weiterliest. Unter der Überschrift „Aktienanteil (Branchenstruktur)“ listet die Deka folgende Positionen auf: „Versor­gungs­betriebe 1,7 Prozent, Industrie 1,1 Prozent, Derivate 68,1 Prozent, Liquidität 4,4 Prozent, Festverzinsliche Anleihe 0,8 Prozent, Strukturiertes Wertpapier 23,8 Prozent, Aktienanteil gesamt 2,9 Prozent“. Finanztest wollte wissen, was sich hinter diesen Positionen verbirgt. Vielleicht stimmt ja auch nur die Überschrift nicht, dachten die Experten und wollten das im Gespräch mit der Deka klären.

Pressepolitik

Auf Nachfrage erklärte die Pressestelle, die Deka habe kein Interesse daran, über diese Produkte etwas in der Zeitung zu lesen. „Wir geben keine weiteren Infos heraus außer denen, die im Factsheet stehen.“ Hintergrund sei, dass der Gesetzgeber dieses als Werbung für die Fonds verstehen könnte. Werbung für steueroptimierte Fonds wolle die Branche aber nicht betreiben. Klar: Wird zu laut getrommelt, stopft der Finanzminister das Steuerschlupfloch.

Tipp

Finanztest ist der Meinung, dass An­leger keine Fonds kaufen sollten, über die Fondsgesellschaften nichts in der Zeitung lesen wollen.

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