Deka-Liquiditätsplan Meldung

Die Deka nimmt für einen Geldmarktfonds unfaire Erfolgsgebühren. Der Fonds steckt auch in Riester-Verträgen.

Erfolg. Fonds­manager, die gute Arbeit leisten, sollen gut bezahlt werden. Je mehr sie für die Anleger heraus­holen, desto besser darf die Bezahlung sein. Beim Deka-Liquiditäts­plan, einem Geldmarkt­fonds, bekommen die Anleger vom Mehr­ertrag aber gar nichts ab. Die Deka setzt an jedem Monats­anfang ein Renditeziel fest, das sie für die Anleger erreichen will. Schafft sie mehr, wandert das Extrageld komplett als erfolgs­bezogene Vergütung in die Kasse der Deka.

Ertrag. Bislang hat die Fonds­gesell­schaft der Sparkassen ihre Mess­latte stets erreicht. Und immer wenn sie die Grenze über­traf, kassierte sie. Laut Jahres­bericht vom 30. Juni 2011 zahlten Anleger der Deka eine erfolgs­bezogene Vergütung von 24,4 Millionen Euro, ein Drittel der Gesamt­erträge des Geschäfts­jahres 2010/2011. Der Staat zahlt indirekt mit, denn die Deka nutzt den Fonds auch für geförderte Riester-Verträge.

Kosten. Das Fonds­vermögen zum 30. Juni 2011 betrug 3,1 Milliarden Euro, davon lagen 2,7 Milliarden Euro in der Tranche Deka-Liquiditäts­plan TF (Isin LU 026 805 961 4). Die Gesamt­kostenquote der TF-Tranche bezogen auf das durch­schnitt­liche Fonds­vermögen im Jahr 2010/2011 betrug 0,39 Prozent. Daneben belief sich die erfolgs­bezogene Vergütung auf 0,73 Prozent.

Renditeziel. Im September liegt das Ziel für die TF-Tranche bei 0,3 Prozent pro Jahr. Um es fest­zulegen, orientiert sich die Deka am 1-Monats-Euro-Libid. Libid steht für London Inter­bank Bid Rate. Das ist ein Zins­satz für kurz­laufende Anlagen unter Banken. Anfang September betrug der 1-Monats-Libid minus 0,05 Prozent pro Jahr. Eine feste Regel, nach der sie das Renditeziel berechnet, nennt die Deka nicht.

Finanztest-Kommentar: Die Erfolgs­gebühr ist unfair. Dass ein erfolg­reiches Management am Erfolg beteiligt wird, ist akzeptabel. Nicht aber, dass es den Mehr­ertrag voll und ganz selbst kassiert – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich das Renditeziel selbst aussucht. Wenn die Deka die Gebühr nicht ändert, sollten Anleger den Fonds verkaufen.

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