Defekte Haus­halts­geräte

Staubsauger: Reparieren lohnt sich selten

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Gibt der Staubsauger nach der Garan­tiezeit den Geist auf, ist es fast immer billiger, einen neuen zu kaufen, statt den alten vom Profi instandsetzen zu lassen. Nur Bastler, die selbst reparieren, können sparen.

Das reparieren Werk­stätten häufig

Staubsauger gehen im Schnitt nach acht Jahren kaputt. Das zeigt unsere Leserbefragung. Sie dann reparieren zu lassen, lohnt sich finanziell und ökologisch in der Regel nicht (siehe Grafiken unten). Aber es gibt Ausnahmen.

Neue Geräte reparieren lassen

Bei spar­samen Staubsaugern, die nicht mehr als 1 000 Watt verbrauchen, ist eine Reparatur sinn­voll. Als Faust­regel gilt dann: Höchs­tens die Hälfte des Kauf­preises investieren. Die Wahr­scheinlich­keit ist groß, dass das instandgesetzte Gerät so lange läuft, bis sich die Reparatur­kosten amortisiert haben.

Staubsauger – das sagt die Industrie

Ersatz­teile, Garantie, Lebens­dauer: Die Antworten der wichtigsten Anbieter

Anbieter / Marke

Wie lange halten Sie Ersatz­teile vor?

Welche Lebens­dauer kalkulieren Sie für Ihre Staubsauger?

Wie lange gewähren Sie Garantie auf Staubsauger?

Bomann, Clatronic

3 bis 4 Jahre

8 bis 10 Jahre

2 Jahre

BSH / Bosch, Siemens

10 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

Candy Hoover

7 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

Dirt Devil

Maximal 8 Jahre

600 Stunden

Keine

Dyson

10 Jahre

Keine Auskunft

5 Jahre Boden-, 2 Jahre Akkus­auger

Electrolux / AEG

10 Jahre

Mindestens 10 Jahre

2 Jahre

Fakir

5 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

Glen Dimplex / Eio

5 Jahre

500 Stunden

3 Jahre

Gorenje

5 bis 10 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

Groupe SEB / Rowenta, Krups

10 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

Grundig

9 Jahre

9 Jahre

3 Jahre

Kärcher

Maximal 7 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

LG

Keine Auskunft

Keine Auskunft

Keine Auskunft

Miele

15 Jahre

20 Jahre

2 Jahre

Otto / Hanseatic

8 Jahre

8 Jahre

2 Jahre

Panasonic

7 Jahre

Keine Auskunft

3 Jahre

Philips / Saeco

Keine Auskunft

Keine Auskunft

2 Jahre

Samsung

5 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre

Sebo

10 Jahre

Keine Auskunft

2 Jahre, 4 Jahre bei Online­registrierung

Thomas

10 Jahre

Mindestens 10 Jahre

2 Jahre, 2,5 Jahre bei Online­registrierung

Alte Geräte selbst reparieren

Bei älteren Modellen rechnen sich allenfalls Bagatell­reparaturen. Es lohnt sich aber immer, zu schauen, ob ein Gang zum Profi über­haupt nötig ist. Boden­staubsauger sind einfache Maschinen ohne komplizierte Elektronik, sodass jeder Laie eine Reihe typischer Probleme selbst lösen kann: Verliert das Gerät an Saug­kraft, muss eventuell nur der Filter gewechselt werden. Ein gerissener Schlauch lässt sich leicht kleben oder austauschen. Bei der Fehler­suche und kleinen Reparaturen helfen Repaircafés und Webseiten von Bast­lern wie Wikihow.de, Diybook.de und Forum.teamhack.de.

Preis­unterschiede bei Ersatz­teilen

Ob eine Reparatur möglich ist, hängt davon ab, ob es passende Ersatz­teile gibt. Von 20 befragten Firmen gaben 7 an, Teile zehn Jahre oder länger vorzuhalten (Tabelle Staubsauger). Wichtige Teile, die oft kaputt­gehen, sind aber bei den meisten Anbietern länger verfügbar – zumindest für die elf Jahre alten Modelle, für die wir es exemplarisch über­prüft haben.

Wir stießen aber auf große Preis­unterschiede. So verlangt Miele für einen neuen Motor des zehn Jahre alten Saugers 154 Euro, Dyson nur 45 Euro. Der Kabelwickler kostet bei Kärcher 89, bei Bosch/Siemens 22 Euro. Recht preis­wert sind Schläuche. Sie kosten zwischen 15 und 33 Euro.

Ökologisch nützt Reparieren wenig

Staubsauger zu reparieren oder zu ersetzen – für die Umwelt ist es fast egal. Stärker als die Herstellung belastet der Strom­verbrauch beim Saugen die Umwelt. Kaputte 2000-Watt-Strom­fresser sollten deshalb ausgetauscht werden.

Defekte Haus­halts­geräte - Wann sich eine Reparatur lohnt
* Umwelt­schadens­punkte nach Ecoinvent. Nutzer repariert zweimal: berechnet für 10 Jahre;
erste Reparatur nach 8 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für Neukauf rund alle 8 Jahre. Nutzung: berechnet für die ­Umwelt­belastung durch Verbrauch von Strom, Filtern und Staubbeuteln. © Stiftung Warentest

Neukauf ist güns­tiger als Reparieren

Staubsauger gehen im Schnitt nach acht Jahren kaputt, ein Jahr später erneut. Sie zweimal reparieren zu lassen, kostet mehr, als beim ersten Defekt einen Neuen zu kaufen. Nur in den ersten vier Jahren lohnen güns­tige Reparaturen.

Defekte Haus­halts­geräte - Wann sich eine Reparatur lohnt
* Nutzer repariert zweimal: berechnet für einen mitt­leren Kauf­preis von 170 Euro und zwei Reparaturen zu im Schnitt je 78 Euro; erste Reparatur nach 8 Jahren. Nutzer repariert nie: berechnet für Neukauf etwa alle acht Jahre, rund 1,3 Geräte in 10 Jahren. ­Nutzungs­kosten: Strom, Filter und Staubbeutel. Daten­basis: Befragung von Lesern und Werk­stätten. © Stiftung Warentest

Weitere Details: Eine Tabelle mit den Ersatz­teil­kosten der befragten Anbieter für die Beispielgeräte finden Sie im Infodokument Ersatzteilkosten.

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BÄRENHOF32 am 04.02.2022 um 12:49 Uhr
Haltbarkeit der Staubsauger

Mein Bodestaubsauger,-mit Kabel,- von Bosch,(T-519) hat bis zum 3.2.2022 durchgehalten,-
bei täglichem Saugen. Gekauft habe ich diesen am 18. April 1989,als ich in die Neue
Wohnung eingezogen bin.Erst am 3. 2. ist die Halterung welche den Einschaltknopf fest-
hält abgebrochen,so daß ich jetzt beim Saugen immer ein Klebeband darüber klebe,bis ich
mir einen Neuen Staubsauger zulege.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.06.2021 um 16:58 Uhr
Reparatur von Spülmaschinenkörben

@qwertl: Mit der Reparatur von Spülmaschinenkörben haben wir uns noch nicht beschäftigt. Ihren Kommentar nehmen wir gerne als Testanregung auf und leiten sie an das zuständige Untersuchungsteam weiter. (Se)

qwertl am 18.06.2021 um 14:09 Uhr
Reparatur Spülmaschinenkorb?

Hallo Stiftung Warentest-Team,
Euren Artikel fand ich sehr informativ und freue mich, wenn ich bzgl. Reparatur(-fähigkeit) auch zukünftig entsprechende Artikel bei Euch lesen kann.
Das Ärgernis des rostenden Spülmaschinenkorbs hat mich inzwischen ereilt. Bei meiner bisherigen Recherche habe ich kein Produkt finden können, mit dem das stellenweise Ausbessern der Schutzschicht ohne Bedenken meinerseits möglich erscheint. Denn letzten Endes muss sich das Material mit Spülmittel und Spülmaschinensalz vertragen und sollte dennoch gesundheitlich unbedenklich sein - man trinkt ja schließlich aus den Tassen und Gläsern.
Habt Ihr dazu Erfahrungen oder ist das eine Idee für einen Artikel?

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.02.2021 um 11:10 Uhr
Waschmaschine selbst repariert

@BigBenle: Es gibt keine gesetzliche Regelung, die bestimmt, dass durch eine selbst reparierte Waschmaschine verursachte Schäden in jedem Fall selbst zu tragen sind.
Verursacht die Waschmaschine Schäden am Eigentum Dritter, kann der Privathaftpflichtversicherer die Regulierung des Schadens nicht ablehnen, nur weil man die Waschmaschine selbst repariert hat und dabei vielleicht einen Fehler gemacht hat.
Verursacht die auslaufende Waschmaschine einen Schaden am eigenen Hausrat und man möchte diesen Schaden vom Schwager ersetzt bekommen, ist das ein anderer Fall. In diesem Fall haben Kunden einer Fachfirma natürliche eine bessere Rechtsstellung. (maa)

BigBenle am 10.02.2021 um 14:26 Uhr
bble

Ich habe mal eine generelle Frage. Mein Schwager ist Dipl-Ing. Elektrotechnik und hat auch an der IHK eine Elektriker Prüfung absolviert. Allerdings arbeitet er nicht als Elektriker und hat auch kein Gewerbe. Unsere Waschmaschine (>10 Jahr alte Siemens E14-19) ist kaputt gegangen, er vermutet die Kohlen. Man kann das ja relativ einfach tauschen. Ich traue mir das sogar selbst zu, aber mein Schwager würde mir sogar dabei helfen. Er sagt aber, dass es dafür bei einem Versicherungsfall KEINEN Schutz gibt wenn man es selbst macht, da er keine Berufshaftpflicht hat.
Ist das wirklich so? Ist dann jeder der seine Waschmaschine selbst repariert prinzipiell in einem Versicherungsdilema? Angenommen die Waschmaschine geht in Flammen auf und ein Mehrfamilienhaus nimmt enormen Schaden dadurch. Wenn nun ein Sachverständiger feststellt das die Kohle getauscht wurden oder sonst was gemacht wurde – und kein Nachweis eines Elektrikers vorgelegt werden kann kann sich die Versicherung quer stellen?