Debeka Meldung

Die Debeka Bausparkasse führt für alte Bauspar­verträge eine Service­pauschale von bis zu 24 Euro im Jahr ein. Auch die LBS Bayern will künftig eine Konto­gebühr erheben. Wir haben die Rechts­lage mit Unterstüt­zung der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen geprüft und empfehlen betroffenen Bausparern, der neuen Gebühr umge­hend schriftlich zu wider­sprechen. Dann müssen sie die neue Gebühr nicht zahlen. Hier erklären unsere Experten, wie Sie vorgehen müssen.

Neue Service­pauschale für alte Verträge

Die Debeka Bausparkasse informiert Kunden derzeit darüber, dass sie für ihre Bauspar­verträge rück­wirkend zum 1. Januar 2017 eine neue Service­pauschale einführt. Für die „bauspar­tech­nische Verwaltung und Steuerung des Kollektivs sowie die Führung der Zuteilungs­masse“ sollen Bausparer im Tarif BS1 24 Euro und im Tarif BS3 12 Euro im Jahr zahlen. Ausgenommen sind nur Verträge, die im Rahmen einer Vor- oder Zwischen­finanzierung an die Bausparkasse abge­treten oder verpfändet wurden.

Schweigen soll als Zustimmung gelten

Finanztest hat die Rechts­lage mit Unterstüt­zung der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen geprüft. Die alten Debeka-Bedingungen lassen keine Service­pauschale zu. Sie kann deshalb nur mit Zustimmung des Bausparers einge­führt werden. Doch Vorsicht: Die Zustimmung gilt laut Vertrags­bedingung als erteilt, wenn der Kunde nicht inner­halb von zwei Monaten nach Zugang des Schreibens wider­spricht.

Wider­spruch einlegen

Debeka-Bausparer sollten der Einführung der Service­pauschale daher umge­hend schriftlich wider­sprechen. Dann müssen sie die Gebühr nicht zahlen. Nachteile entstehen ihnen durch den Wider­spruch nicht. Die Bausparkasse darf ihnen deswegen nicht kündigen. Das hat ein Sprecher der Debeka auf Nach­frage von test.de bestätigt.

Zustimmung fingiert

Kaum ein Bausparer dürfte mit der neuen Pauschale einverstanden sein. Offen­bar spekuliert die Bausparkasse darauf, dass viele die Bedingungs­änderung oder den kleinen Hinweis auf die Wider­spruchs­möglich­keit über­sehen. Das kann leicht passieren. Denn die Information schickt die Debeka zusammen mit dem Jahres­konto­auszug und einem Packen weiterer Unterlagen wie dem Antrag auf Wohnungs­bauprämie und der Steuer­bescheinigung.

LBS Bayern will auch kassieren

Die Bayerische Landes­bausparkasse versucht mit dem gleichen Trick eine neue Konto­gebühr von 9,60 Euro im Jahr einzuführen. Die Bedingungs­änderung ist sogar noch leichter zu über­sehen als bei der Debeka, weil sie klein gedruckt in die Erläuterungen zum Jahres­konto­auszug einge­blockt ist. Auch für Kunden der LBS Bayern gilt: Sofort wider­sprechen und die Gebühr sparen.

Viel Ärger mit Bausparkassen

Die Einführung neuer Gebühren ist nur der jüngste Versuch von Bausparkassen, Kunden mit gut verzinsten Altverträgen zu vergraulen. Streit gibt es mehr als genug. Denn die Bausparkassen gehen in Zeiten nied­riger Zinsen zunehmend rauer mit ihren Kunden um. Sie kündigen massenhaft gut verzinste Altverträge, kürzen die Sparbeiträge, verlangen Nach­zahlungen oder weigern sich, umstrittene Gebühren zu erstatten. Antworten auf die wichtigsten Streitfragen geben wir in unseren FAQ Bausparverträge.

Tipp: Sie wollen Ihr Haus modernisieren und brauchen Geld? Mit einem Bauspar­vertrag können Sie sich schon Jahre im Voraus einen güns­tigen Kredit sichern – zu attraktiven Konditionen, wie unser Test Bausparen für Modernisierung zeigt.

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