Daylong actinica UVA-Schutz reicht nicht

22.04.2010

Das Medizinprodukt Daylong actinica will durch „sehr hohen UV-Schutz“ der Entwicklung verschiedener Formen des hellen Hautkrebses bei Risikopatienten vorbeugen. Auch bei Hautveränderungen, die unter Einwirkung von Sonnenlicht entstehen, so genannten Lichtdermatosen, habe das Produkt eine präventive Wirkung. test.de hat überprüft, ob die Creme tatsächlich einen sehr hohen Schutz bietet.

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Kein Kosmetikprodukt

Daylong actinica ist ein Produkt, das einen sehr hohen Schutz gegen UV-Strahlen bietet – so jedenfalls steht es auf der Verpackung des Mittels und auf Produktbeschreibungen des Herstellers. Die Besonderheit: Im Gegensatz zu herkömmlichen Sonnenschutzmitteln, die kosmetische Produkte sind, ist Daylong actinica ein Medizinprodukt. Nur so kann der Hersteller damit werben, das Produkt beuge verschiedenen Formen des hellen Hautkrebses vor. Herkömmliche Sonnenschutzmittel dürfen das nicht. Erhältlich ist Daylong actinica nur in Apotheken.

Intensiver UV-Schutz bei Risikopatienten

Der Hersteller bewirbt Daylong actinica als „erstes und einziges Medizinprodukt zur Prävention von hellem Hautkrebs bei Risikopatienten“. Zu diesen Risikopatienten zählen zum Beispiel Menschen mit lichtgeschädigter Haut oder Patienten, die schon einmal einen hellen Hautkrebs hatten. Ebenso haben auch Menschen, bei denen die Immunabwehr künstlich vermindert wird, ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das ist zum Beispiel bei Patienten nach einer Organtransplantation der Fall, aber auch bei Menschen mit starken allergischen Reaktionen oder Autoimmunerkrankungen. Ein intensiver Schutz vor UV-Strahlen ist in diesen Fällen also besonders wichtig.

Kein „sehr hoher“ UVB-Schutz

Daylong actinica besitzt nach Angaben des Herstellers einen „sehr hohen UV-Schutz“. Diesen darf einen Sonnenschutzmittel nur ausloben, wenn es einen gemessenen Lichtschutzfaktor (LSF) von mehr als 60 aufweist. Bei Daylong actinica konnten die Tester allerdings nur einen LSF von 52 nachweisen. Nach der Empfehlung der Europäischen Kommission dürfte es daher eigentlich nur „hoher Schutz“ heißen.
Hinweis: test.de gibt Tipps zum Schutz vor UV-Strahlen.

Zu wenig UVA-Schutz

Die Angabe des Lichtschutzfaktors bezieht sich aber nur auf UVB-Strahlen. Moderne Sonnencremes, -lotionen und -sprays müssen aber auch vor UVA-Strahlen schützen. Daylong actinica lobt auch einen solchen Schutz aus. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und können sie ebenfalls schädigen. Die EU-Kommission empfiehlt daher, dass jedes Sonnenschutzmittel einen UVA-Schutz aufweisen soll, der mindestens ein Drittel des ausgewiesenen Lichtschutzfaktors beträgt. Bei Daylong actinica ist das aber nicht der Fall – der Schutz ist zu gering.

Hinweis: mehrfach auftragen

Letztlich könnte auch der Name „Daylong“ von Anwendern falsch verstanden werden. Das heißt übersetzt nämlich so viel wie „den ganzen Tag lang“. Gerade für die Zielgruppe von Daylong actinica ist dies sehr nachteilig. Nach der Richtlinie der EU-Kommission haben Aussagen, die Verbraucher zu ausdauernden Sonnenbädern anregen könnten oder einen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen versprechen, auf den Produkten nichts mehr zu suchen. Dazu zählen zum Beispiel auch Angaben wie „vollständiger Schutz“ oder „nur einmal auftragen“. Statt dessen sollen alle Sonnenschutzmittel einen Hinweis enthalten wie „mehrfach auftragen, um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser“.

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