Dauer­camper Zweit­wohnungs­steuer auf dem Camping­platz

21.03.2017
Dauer­camper - Zweit­wohnungs­steuer auf dem Camping­platz
Einige Kommunen verlangen Hunderte Euro Steuern im Jahr. © imago

Die Gemeinde Neukirchen in Schleswig-Holstein darf von Eigentümern eines Mobilheims auf einem Camping­platz eine Zweit­wohnungs­steuer erheben (Verwaltungs­gericht Schleswig-Holstein, Az. 2 A 186/15 und 2 A 179/14). Die Mobil­heime ähneln einem einfachen Ferien­haus, so die Richter.

Geklagt hatte der Besitzer eines rund 26 Quadrat­meter großen Mobilheims und ein Camper mit einem 46-Quadrat­meter-Heim. Der eine sollte für drei Jahre rund 660 Euro, der andere für drei Jahre rund 1 122 Euro zahlen. Nach Ansicht des Gerichts müssen sie die Steuer zahlen. Als Wohnung gilt jede abge­schlossene Wohn­einheit mit Koch­nische, Toilette mit Wasser­spülung sowie Wasch­becken mit fließend Wasser. Die Existenz einer Heizung ist nicht Voraus­setzung. Dass das Heim auf Rädern steht und von einem Sattel­zug fortbewegt werden kann, ändert nach Ansicht des Gerichts nichts an der Steuer­pflicht.

2007 sah bereits das Ober­verwaltungs­gericht in Nieder­sachsen eine Zweit­wohnungs­steuer für Dauer­camper als recht­lich zulässig an (Az. 9 LB 5/07).

21.03.2017
  • Mehr zum Thema

    FAQ Urlaub im Wohn­mobil Pflichten und Rechte von Wohn­mobil-Reisenden

    - Urlaub im Wohn­mobil liegt im Trend. Jähr­lich macht rund eine Million Deutsche Urlaub im Reisemobil – im eigenen oder im gemieteten. Sie verbinden damit Unabhängig­keit...

    Ferien­wohnung Wie Sie Ihre Immobilie steuerlich günstig vermieten

    - Ein Ferien­haus bietet Erholung – und wirft bei Vermietung zusätzlich Einnahmen ab. Das ruft das Finanz­amt auf den Plan. Die Stiftung Warentest erklärt alle Steuer­regeln.

    Umfrage Hatten Sie schon mal Ärger mit einer Ferien­wohnung?

    - Die Ferien­wohnung ist statt in Strandnähe direkt an der Durch­gangs­straße, das nette Privatzimmer stellt sich als bessere Besenkammer heraus, das vorab bezahlte...