Daten­sicherung Test

Erpressersoftware hat Hoch­konjunktur. Im Visier: Das Computer­system inklusive des digitalen Foto­archivs und aller privaten Dateien. Da sind regel­mäßige Backups ratsam. Was viele nicht wissen: Die meisten Computer haben die Rettungs­software bereits an Bord. Sie heißt bei Wind­ows „Sichern und Wieder­herstellen“ und auf Apple-Rechnern „Time Machine“. Nur muss sie laufen, bevor der Super-GAU eintritt. test erklärt, wie Daten­sicherung funk­tioniert und was Nutzer beachten sollten.

Ein falscher Klick genügt

Keine Sicherung, keine Gnade: Den Spruch verkneifen sich Mitarbeiter von PC-Notdiensten vielleicht, wenn Kunden ihnen einen von Erpressersoftware unles­bar verschlüsselten oder defekten Computer in die Hand drücken. Aber nach einer Daten­sicherung fragen sie bestimmt. Beflügelt durch die Aussicht auf das schnelle Geld agieren Kriminelle immer raffinierter: Der Erpressersoftware Locky fielen in Deutsch­land Zehn­tausende PCs zum Opfer – meist durch einen infizierten Datei­anhang. Ein Klick genügte und schon verschlüsselte das im Mail-Anhang versteckte Schad­programm alle Dateien. Der Rechner zeigte eine Lösegeld­forderung – meist in Höhe von 0,5 Bitcoin. Diese Internetwährung ist bei Kriminellen beliebt, denn sie ist nicht nach­verfolg­bar. Ein halbes Bitcoin entspricht umge­rechnet rund 200 Euro. Für den Betrag, so versprachen die Kriminellen, würden sie die Verschlüsselung wieder rück­gängig machen.

Den letzten Zustand wieder­herstellen

Daten­verlust droht nicht nur durch Schädlinge. Fällt das Notebook zu Boden oder löscht der Anwender aus Versehen zu viel, können Fotos, Briefe, Texte und Musikstücke hinüber sein. Was dann? Voraus­schauende Nutzer können gelassen reagieren: Sie haben nicht nur ihre Fotos und dergleichen auf eine externe Fest­platte kopiert, sondern das komplette Computer­system inklusive aller Programme gesichert. Damit stellen sie einfach den Zustand der letzten Daten­sicherung – des letzten Backups des Rechners – wieder her.

Wie Sie gelassen bleiben können

Für die Daten­sicherung gibt es spezielle Programme, aber bereits die Betriebs­systeme der Computer haben solche Software an Bord. MacOS auf Apple-Rechnern bietet das Hilfs­programm Time Machine, Wind­ows die Option „Sichern und Wieder­herstellen“. Wir haben diese Programme einge­richtet, das Computer­system gesichert und aus dem Backup sowohl einzelne Dateien als auch das komplette Computer­system wieder­hergestellt. Das Gleiche versuchten wir mit der Backup-Software von drei exemplarisch ausgewählten externen Fest­platten der Marken Seagate, Trans­cend und Western Digital, außerdem mit der Rettungs­funk­tion des Notebooks Lenovo Ideapad Yoga (Test Notebooks & Co, test 5/2016).

Unser Fazit: Sicherungs­programm des Betriebs­systems reicht meist aus

Die Backup-Software der Betriebs­systeme fanden wir hilf­reicher als die der externen Fest­platten und des Lenovo-Notebooks. Die Sicherungs­programme der Betriebs­systeme reichen für den Haus­gebrauch aus. Zum Vergleich: Kommerzielle Backup-Programme bieten mehr Funk­tionen. Sie differenzieren zwischen häufiger, schneller Dateisicherung und seltener, lang­samer Komplett­sicherung. Wie oft Wind­ows sichert, legt der Anwender fest. Er entscheidet auch, ob zusätzlich zum Betriebs­system einzelne Dateien gespeichert werden. Apples Time Machine fährt auto­matisch zweigleisig und sichert ständig Dateien und System.

Anleitung Daten sichern mit Windows 10 (mit Video­tutorial)
Anleitung Daten sichern mit Apple MacOS (mit Video­tutorial)

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