Datensicherheit im Netz Meldung

Für viele Internetnutzer ist das Löschen ihrer Kundenkonten ein Problem. Nur ein Drittel derjenigen, die das schon einmal versucht haben, konnten ihren Account problemlos löschen. Das geht aus einer Umfrage des Forschungsinstituts Aris hervor. Im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) befragte das Institut über 1 000 Internetnutzer.

Hinder­nisse beim Account löschen

Der vzbv beklagt, dass Anbieter von Internet­diensten wie sozialen Netz­werken ihren Kunden den Ausstieg erschweren, indem sie die Kündigungs­optionen verstecken. Dagegen ist die Anmeldung bei Facebook oder Online­shops meist ganz leicht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungs­instituts Aris im Auftrag vzbv. Nur jeder zweite Nutzer, der seinen Account bereits schon einmal löschen wollte, fand die nötigen Schritte erst nach längerem Suchen. Nachdem sie diese gefunden hatten, waren die meisten Nutzer mit weiteren Hinder­nissen konfrontiert. Nur jeder Dritte meinte, der Lösch­vorgang sei unpro­blematisch gewesen. Viele Kunden fanden es laut Umfrage abschre­ckend, dass eine Kündigung nicht immer per Mausklick möglich sei, sondern sie dafür eine E-Mail abschi­cken müssen.

Lösch­anleitung nur über Häufig gestellte Fragen auffind­bar

In der Tat ist es bisweilen nicht sonderlich einfach, die Kündigungs­option zu finden. Am schnellsten geht es meist, in der Hilferu­brik des Anbieters – zum Beispiel bei den Häufig gestellten Fragen (FAQ) – nach „kündigen“ oder „löschen“ zu suchen. Dort sollte die Prozedur beschrieben sein oder sie kann von dort direkt gestartet werden. Dabei müssen Nutzer aufpassen, ob ihr Konto tatsäch­lich unwiderruflich gelöscht wird. Facebook zum Beispiel bietet gut auffind­bar nur die Möglich­keit, ein Konto zu deaktivieren – die Daten bleiben komplett erhalten und können wieder­hergestellt werden. Das Löschen eines Kontos ist nur auf dem Umweg über die FAQ möglich.

Tipp: Gehen Sie spar­sam mit Ihren Daten um. Seien Sie vorsichtig dabei persönliche Informationen im Internet zu hinterlassen.

Wie Kunden das Löschen kontrollieren können

Der Nutzer von sozialen Netz­werken kann nicht über­prüfen, ob seine Daten wirk­lich gelöscht sind. Facebook sichert seinen Kunden die Löschung des Kontos zu. Das Unternehmen weist darauf hin, dass Inhalte eines ehemaligen Nutzers, die dieser zuvor mit anderen geteilt hat oder die von anderen kopiert wurden, auch nach der Kündigung weiter auf deren Profilen zu finden sind. Zwar wird die Identität des Ex-Nutzers nicht länger mit diesen Informationen verknüpft. Denn statt seines Namens und Profilfotos erscheint die unpersönliche Anzeige „Anonymer Facebook-Nutzer“. Auf Fotos wäre eine Person jedoch noch zu erkennen, von ihr verfasste Kommentare blieben lesbar.
Tipp: Wollen Sie genau erfahren, welche Ihrer persönlichen Daten das Unternehmen gelöscht hat, welche noch existieren und welche es an Dritte weiterge­geben hat, müssen Sie schriftlich eine Auskunft verlangen. Laut Paragraf 34 Bundes­daten­schutz­gesetz muss Ihnen jeder Internetz­dienst sagen, welche Daten er über Sie speichert.

Das Internet vergisst nichts

Es besteht immer die Möglich­keit, dass Informationen auch nach dem Löschen eines Benutzer­kontos an anderer Stelle im Netz weiter existieren und damit einsehbar sind. Such­maschinen wie Google etwa speichern alte Versionen von Netz­inhalten eine Zeit lang. Es gibt auch Anbieter, die alte Seiten­versionen zu Archiv­zwecken dauer­haft speichern. Wer einzelne Daten löscht, aber nicht sein komplettes Konto, kann auch nicht davon ausgehen, dass sie damit wirk­lich vernichtet sind: Bei Facebook beispiels­weise sind solche Daten dann zwar nicht mehr einsehbar – sie liegen aber weiter auf den Facebook-Servern.
Tipp: Reagiert der Internet­dienst nicht oder gibt er unbe­friedigende Auskünfte, schreiben Sie an Ihren Landes­daten­schutz­beauftragten. Er fordert vom Unternehmen eine Stellung­nahme. Adressen finden Sie unter: www.datenschutz-berlin.de.

Surfer haben Rechte

Mehr Informationen zu den Einzel­heiten der Studie „Löschen von Accounts und Kunden­konten“ finden Nutzer auf der Homepage des vzbv.
Über die Rechte von Internetznutzern informiert die Seite http://www.surfer-haben-rechte
Wie Facebook-Nutzer ihre Daten schützen, sagt das Gewusst Wie.

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