Daten­sende­verhalten von Apps Keine Besserung in Sicht

26.06.2019
Daten­sende­verhalten von Apps - Keine Besserung in Sicht
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Trotz massiver Kritik von Verbraucher- und Daten­schützern spionieren viele Apps ihre Nutzer weiterhin ohne deren Wissen aus.

Dass Apps oft mehr Daten senden als für ihre eigentliche Funk­tion notwendig ist, kritisieren die Stiftung Warentest, Verbraucher- und Daten­schützer seit Langem. Der Anteil an Apps, die unsere Tester als kritisch oder sehr kritisch bewerteten, hat in den vergangenen Jahren sogar zugenommen. Das zeigt unsere Bilanz von mehr als 1 150 Apps für Android und iOS, die wir von Juni 2012 bis Juni 2019 geprüft haben.

Mehr als die Hälfte kritisch

Daten­sende­verhalten von Apps - Keine Besserung in Sicht
Apps im Test. Bewertung des Daten­sende­verhaltens von 1 154 untersuchten Apps zwischen Juni 2012 und Juni 2019. © Stiftung Warentest

In den Tests analysieren unsere Experten die Daten­ströme der Apps. Sie entschlüsseln, welche Daten die Apps an wen senden. Bei rund der Hälfte bewerteten sie das Daten­sende­verhalten als kritisch oder sehr kritisch, weil die Apps mehr Informationen verschickten als nötig. Das kann zum Beispiel der Stand­ort des Nutzers sein, die Identifikations­nummer seines Geräts oder sein Mobil­funkanbieter. App-Anbieter und Marketingfirmen können durch die Kombination dieser und weiterer Daten Rück­schlüsse beispiels­weise auf das Konsumverhalten ziehen, Nutzern gezielt Werbung zusenden oder Bewegungs­profile erstellen.

Gierige Spiele- und Dating-Apps. In manchen Kategorien sind daten­hung­rige Apps der Normalfall. Von 50 getesteten Spiele-Apps waren 43 in ihrem Daten­sende­verhalten kritisch oder sehr kritisch. Nicht wesentlich besser sah es beim Test von Dating-Apps aus: Von 44 verrieten 35 mehr als für ihre eigentliche Funk­tion erforderlich war.

Unver­schlüsselte Bikesharing-App. Von zwölf getesteten Bikesharing-Apps waren acht kritisch. Die App des chinesischen Anbieters Mobike bewerteten wir als sehr kritisch. Sie verschickte unter anderem Stand­ort, Geräte-ID und Telefon­nummer des Handys unver­schlüsselt. Das heißt, diese persönlichen Daten können von Hackern leicht abge­griffen werden.

26.06.2019
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