Datenschutz im Internet Meldung

Heute ist der europaweite „Safer Internet Day“ - deutsch: Tag des sicheren Internets. Aus diesem Anlass hat das Verbraucher­schutz­ministerium zusammen mit Anbietern Handlungs­empfehlungen für Nutzer veröffentlicht. So sollen Daten besser geschützt und das Internet sicherer werden.

Immer mehr präsentieren sich online

Vier von zehn Deutschen veröffentlichen persönliche Informationen über sich im Internet, fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. So eine Studie des Verbraucher­schutzministeriums und des Branchenverbands der Hightech­unternehmen BITKOM. Am beliebtesten sind dabei so genannte Communitys wie Facebook, die VZ-Netzwerke oder Wer-kennt-wen. Jeder dritte Deutsche präsentiert sich in solchen sozialen Netzwerken. Immerhin rund die Hälfte derjenigen, die schon einmal etwas über sich ins Netz gestellt haben, hat dabei sogar ihren Beziehungs­status angegeben.

Einstellungen für Datenschutz wenig genutzt

Viele soziale Netzwerke bieten ihren Mitgliedern an, die persönlichen Daten abgestuft freizugeben. Das eigene Profil kann beispielsweise für Suchmaschinen gesperrt werden oder nur für Freunde sichtbar sein. Doch bei der Umfrage zeigte sich: Nur eine Minderheit nutzt diese Möglichkeiten. Zwölf Prozent gaben an, ihr Porträtfoto ausschließlich für persönliche Kontakte freizuschalten. Knapp 60 Prozent hingegen lassen das Foto für alle Mitglieder anzeigen. Immerhin sind die Nutzer mit persönlichen Angaben wie Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen vergleichsweise vorsichtig. Die eigene Adresse veröffentlichen nur drei Prozent der Community-Nutzer für alle sichtbar.

Zehn Regeln für Datenschutz und Sicherheit

Anbieter und Gesetzgeber sind natürlich in der Pflicht, Datenschutz und Sicherheit im Internet zu gewährleisten. Dennoch kommt es auch auf die Nutzer und Kunden an: Je mehr Daten sie von sich preisgeben, desto wahrscheinlicher wird der Miss­brauch. Daher haben das Verbraucherschutzministerium und der Branchen­verband BITKOM als Konsequenz aus der Studie zehn Empfehlungen für Verbraucher veröffentlicht:

  • Daten-Sparsamkeit. Gehen Sie mit persönlichen Angaben im Internet sparsam und bewusst um. Geben Sie nur Daten ein, die für den entsprechenden Dienst nötig sind. Keinesfalls sollten Sie ihre Kontodaten für angeblich kostenlose Angebote eingeben. Auch bei Gewinnspielen gilt: Im Zweifel besser auf die Dateneingabe verzichten. Selbst ein vermeintlich seriöser Anbieter liefert keine Garantie gegen Datenmissbrauch.
  • Nicht löschbar. Beachten Sie: Daten lassen sich nicht einfach wieder nach der Veröffentlichung im Internet löschen. Das Netz vergisst nichts. Gelöschte Inhalte können als Kopien beispielsweise im Speicher der Suchmaschinen weiter bestehen bleiben. Daher gilt: Nutzen Sie individuelle Einstellungs­möglichkeiten bei Profilen und Kundendaten. Persönliche Informationen sollten persönlich bleiben und allenfalls Freunden zugänglich sein.
  • Anbieter-Check. Bevor Sie irgendwo Daten eingeben, sollten Sie auf den Umgang des Anbieters oder Dienstes mit Daten achten. In der Daten­schutz­erklärung - so vorhanden - sind Hinweise zu finden, sonst nachfragen. Schneiden Anbieter in Bewertungs­portalen gut ab, ist das ein Indiz für Seriosität. Bei Online-Shops gehören ein Impressum sowie klare Geschäfts­bedingungen (AGB) dazu. Siehe auch: Onlineshops
  • Benutzername. Für Forenbeiträge, beim Twittern oder in Spielen sollten Sie in der Regel einen Fantasienamen wählen. Melden Sie sich nur mit Ihrem vollen Namen an, wenn sie bewusst gefunden werden wollen, zum Beispiel bei Datenbanken für Abiturjahrgänge. Aber Achtung: Die Daten sind dann immer weltweit abrufbar.
  • Suchmaschinen. Es gibt Communitys, die die Profile ihrer Nutzer automatisch für Suchmaschinen wie Google freigeben. Bei anderen müssen Nutzer zunächst zustimmen. Suchen Sie nach der entsprechenden Einstellung und sperren Sie Ihr Profil für Suchmaschinen. Mitglieder der Community und insbesondere Freunde haben dann trotzdem noch Zugriff darauf.
  • Eigener Ruf. Prüfen Sie regelmäßig, welche Infos im Netz über Sie verfügbar sind. Nur wer weiß, was andere über ihn finden, kann darauf reagieren - indem er entsprechende Einstellungen verändert oder Daten aus seinem Profil löscht.
  • Persönlichkeitsrecht. Sie finden ein Foto von sich im Internet, das Sie unangenehm finden? Dann können Sie verlangen, dass es gelöscht wird. Jeder hat ein „Recht am eigenen Bild“. Umgekehrt dürfen Sie auch nicht einfach Fotos veröffentlichen, ohne andere fragen.
  • Passwörter. Verwenden Sie nicht das gleiche Passwort für mehrere Dienste. Auch sollte das Passwort nicht aus Namen oder Wörtern bestehen, die in einem Wörterbuch zu finden sind. Sichere Passwörter entstehen zum Beispiel so: Denken Sie sich einen Satz aus und merken Sie sich danach die Anfangsbuchstaben in der richtigen Reihenfolge. Satzzeichen und Zahlwörter als Ziffern ergänzen die Buchstabenreihe. Wichtig: Der Satz sollte nicht zu kurz sein. Ein Beispiel: Die Stiftung Warentest hat im letzten Test 10 Onlineshops getestet - drei davon gut. Das ergibt: DSWhilT10Og-ddg.
  • Online-Bezahlung. Konto- und Kreditkartendaten sollten nur über eine verschlüsselte Verbindung übertragen werden, erkennbar an den Buchstaben „https“ in der Adresszeile und an einem Schlüsselsymbol im Browser. Als Bezahlmethode verbreitet ist Vorkasse per Überweisung. Das ist jedoch riskanter als Zahlungen per Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte.
  • PC-Schutz. Viren und Schadprogramme dienen zunehmend dazu, Daten auszuspähen. Sorgen Sie deshalb für aktuellen Schutz durch Anti-Viren­-Programme und eine aktive Firewall. Test zu Internetsicherheit.

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