Legale und illegale Überwachungsmethoden

Manchmal ist Überwachung in Betrieben zulässig. Aber auch erlaubte Kontrollen sind nur möglich, wenn der Betriebsrat zugestimmt hat.

Verboten

Erlaubt

Verboten

Erlaubt

Heimliche Videoüberwachung

Dauerhafte oder befristete Kameraaufzeichnungen, die Verhalten, Leistung oder disziplinarische Verstöße von Mitarbeitern dokumentieren, sind unzulässig.

Selbst bei Verdacht auf eine Straftat darf der Arbeitgeber generell keine Büros, Aufenthaltsräume sowie ­Toiletten und Waschräume mit Video­technik überwachen.

In öffentlich zugänglichen Räumen (etwa in den Verkaufsräumen eines Supermarkts) kann der Arbeitgeber versteckte Videokameras aufbauen, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Straftat besteht. Der Aufzeichnungszeitraum ist auf weniger als vier Wochen begrenzt. Ist die Frist abgelaufen oder ein Täter überführt, müssen alle Daten sofort gelöscht werden.

Mitlesen von E-Mails

Lässt der Arbeitgeber das Schreiben privater E-Mails zu oder verbietet er es seinen Mitarbeitern nicht ausdrücklich, darf er keinerlei E-Mails mitlesen.
Auch das Mitlesen von E-Mails an den Betriebsrat, den Betriebsarzt, den Sucht- oder Datenschutzbeauftragten ist nicht gestattet.

Sind E-Mails in der Firma nur auf dienstliche Kommunikation beschränkt, unterliegen sie wie geschäftliche Briefe nicht dem Fernmeldegeheimnis. Vorgesetzte können sich E-Mails vorlegen lassen oder einen Extrazugang einräumen lassen. Der Mitarbeiter muss darüber informiert werden.

Abhören von Telefon-
gesprächen

Der Arbeitgeber darf die Telefone seiner Mitarbeiter nicht abhören. Dem Vorgesetzten ist es auch nicht erlaubt, die Telefonnummern der Gesprächspartner von Mitarbeitern auszuspähen.

Führen andere Formen der Leistungskontrolle von Call-Center-Mitarbeitern nicht zum Erfolg, darf der Chef in Stichproben Gespräche verdeckt mithören. Er muss den Beschäftigten vier Tage vorher informieren und der Gesprächspartner am anderen Ende muss einverstanden sein.

Konten-Screening

Ein pauschaler elektronischer Abgleich der Kontodaten von Zulieferern mit den Namen oder Konten von Arbeitnehmern ist unzu­lässig.

Liegt gegen einen einzelnen Arbeitnehmer ein nachweisbarer Anfangsverdacht auf eine Straftat vor, darf der Arbeitgeber Konten von Lieferanten nach Hinweisen auf den Verdächtigen untersuchen.

Kranken­daten

Verboten sind: 

  •  Krankenakten von Mitarbeitern, die Diagnosen, Therapien und Krankengeschichten enthalten,
  • allgemeine Krankheitslisten mit Namen von Mitarbeitern,
  • „Krankheitsrennlisten“, auf denen die ­Mitarbeiter mit der geringsten Ausfallzeit an erster Stelle stehen.

Unternehmen dürfen Krankheitszeiten für die Lohnabrechnung speichern, aber nicht die Art der Krankheit.
Ausnahme: Wenn Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten mehr als sechs Wochen krank sind, schreibt das Sozialgesetzbuch das „betriebliche Eingliederungsmanagement“ vor. Dabei sprechen Chef und Betriebsrat mit dem Mitarbeiter über dessen Gesundheit, um sicherzugehen, dass die Krankheit nicht durch die Arbeit verursacht wird. Mitarbeiter können das Gespräch ablehnen, ohne einen Nachteil zu haben.