Daten­schutz bei E-Mails Meldung

Wer eine E-Mail an mehrere Freunde gleich­zeitig verschickt, kann zu einem Bußgeld verdonnert werden. Das passierte der Mitarbeiterin einer Handels­firma, die an mehrere Kunden E-Mails verschickte.

Stan­dard-Nach­richt

Das Bayerische Landes­amt für Daten­schutz­aufsicht verhängte ein Bußgeld gegen die Mitarbeiterin einer Firma, die ihren Kunden eine Stan­dard-E-Mail mit der simplen Nach­richt verschickt hatte, man werde sich zeit­nah um ihre Anliegen kümmern. In das Adress­feld „An“ hatte sie alle Empfänger der E-Mail einge­tragen. Viele Adressen setzten sich aus Namen und Vornamen der Empfänger zusammen.

Adressen sind personenbezogene Daten

E-Mail-Adressen sind aber personenbezogene Daten im Sinne des Daten­schutz­rechts, betonte die Behörde. Sie dürfen nur mit Einverständnis des Inhabers weiterge­geben werden oder wenn es eine gesetzliche Grund­lage dafür gibt. Die Adressen in einem offenen E-Mail-Verteiler aufzulisten, stelle einen Daten­schutz­verstoß dar. Und weil es im vorliegenden Fall nicht um eine Hand­voll Adressen ging, sondern um einen Verteiler, der ausgedruckt rund zehn Seiten umfasste, beließ das Amt es nicht bei einer bloßen Fest­stellung der daten­schutz­recht­lichen Unzu­lässig­keit, sondern verhängte das Bußgeld. Über die Höhe des Betrags wollte sich das Landes­amt auf Anfrage von test.de nicht äußern.

Besser das BCC-Feld nutzen

Unabhängig von diesem konkreten Fall weist das Landes­amt darauf hin, dass offene E-Mail-Verteiler gegen den Daten­schutz verstoßen. Wer Ärger vermeiden will, trägt nur eine Adresse - im Zweifels­fallk die eigene - in das „AN“-Feld ein und nutzt für alle anderen das „BCC“-Feld (eng­lisch für „Blind Carbon Copy“, also Blindkopie). Dann wird die Über­tragung der Adressen unterdrückt, so dass niemand erkennen kann, an wen diese Mail sonst noch geschickt wurde.

Daten­schutz wird zu wenig beachtet

Viele Firmen messen dem Daten­schutz nicht die notwendige Bedeutung bei, glaubt das Bayerische Landes­amt. Oft würde die Mitarbeiter von der Unter­nehmens­leitung nicht entsprechend angewiesen oder über­wacht. Die Behörde will deshalb künftig in einem vergleich­baren Fall einen Bußgeld­bescheid nicht gegen den konkreten Mitarbeiter erlassen, sondern gegen die Unter­nehmens­leitung.

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