Ein privater Kranken­tagegeld­versicherer darf dem Arbeit­geber eines erkrankten Kunden keine medizi­nischen Gutachten zu dessen Lebens- und Kranken­geschichte weitergeben. Er habe damit die Persönlich­keits­rechte des Versicherten gravierend verletzt, meinte das Ober­landes­gericht Frank­furt und verurteilte den Versicherer, ein „nicht unerhebliches“ Schmerzens­geld an einen Piloten zu zahlen (Az. 12 U 181/11).

Die genaue Höhe wird noch verhandelt. Nach der Indis­kretion des Versicherers hatte seine Fluggesell­schaft den Piloten aus einem laufenden fliegerischen Reintegrations­programm heraus­genommen. Auch eine geplante Beför­derung wurde zurück­gestellt. Dabei war der Mann nach einer über­wundenen Depression zu diesem Zeit­punkt schon wieder flugtauglich. Eine entsprechende Bescheinigung des Luft­fahrt­bundes­amtes hatte der Versicherer zur Kennt­nis erhalten. Dem Kranken­tagegeld­versicherer war aber offen­bar daran gelegen, den Mann für berufs­unfähig erklären zu lassen, um ab einem bestimmten Zeit­punkt kein Kranken­tagegeld mehr zahlen zu müssen.

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