Facebook will mit einer neuen Datenschutzerklärung die Rechte seiner Nutzer noch mehr verschlechtern. Dabei schnitt das ame­­rikanische Netzwerk beim Umgang mit Nutzer­daten erst kürzlich im Test „mangelhaft“ ab (siehe Test Soziale Netzwerke: Datenschut oft mangelhaft aus test 4/2010). Schon jetzt schränkt Facebook die Rechte, seiner Nutzer erheblich ein, räumt sich selbst aber weitreichend eigene ein. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen heißt es: „Du gibst uns eine weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest.“ IP-Inhalte sind das geistige Eigentum des Nutzers zum Beispiel an Texten und Bildern.

Das ist geplant: Das Netzwerk will die Daten der Nutzer nun auch mit Anbietern auf anderen Plattformen teilen – ohne dass der Nutzer im Einzelfall zustimmen muss. Facebook argumentiert, dass das Netzwerk Nutzern damit die Möglichkeit geben möchte, auch außerhalb von Facebook nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu können. Rechtlich ist die geplante Regelung jedoch völlig inakzeptabel. Facebook würde Dritten nach eigenem Ermessen Daten zur Verfügung stellen.

Das wissen nicht alle: Facebook muss nach Rechtslage alle Nutzer über Vertragsänderungen rechtzeitig informieren und ihnen eine Widerspruchsmöglichkeit einräumen. Doch die meisten bekommen von Änderungen nichts mit. Nur wer Fan der sogenannten „Governance-Seite“ ist, wird über Änderungen informiert. Auch das entspricht nicht den gesetzlichen Bedingungen.

Das können Sie tun: Nutzer sollten ihrem Ärger auf der Facebook-Governance-Seite Luft machen und dort gegen die Bedingungen protestieren.

Das machen andere: Der Verbraucherzentrale Bundesverband, vzbv, hat ein Vertragsstrafeverfahren eingeleitet. Facebook verwendet unzulässige Klauseln und hat bis jetzt nichts daran geändert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 684 Nutzer finden das hilfreich.