Interview: So schützen Sie Ihre eigenen Daten

Persönliche Daten von Politikern und Prominenten wurden über den Online-Daten­dienst Twitter im Netz verbreitet. Was steckt dahinter? Wen kann so etwas treffen? Wie kann man sich schützen? Multimedia-Experte Jörg Zymnossek von der Stiftung Warentest beant­wortet die wichtigsten Fragen.

Privat­anschriften, Telefon­nummern, persönliche Nach­richten – alles einsehbar im Netz. Wen kann so etwas treffen?

Daten­klau Special

Jörg Zymnossek ist wissenschaftlicher Leiter des Themen­teams Multimedia der Stiftung Warentest.

Ziel des Angriffs, der aktuell in den Medien diskutiert wird, waren ja vor allem Prominente und Politiker. Ihre persönlichen Daten zu veröffent­lichen, kann dem Täter oder den Tätern Aufmerk­samkeit und Anerkennung verschaffen. Aber auch die persönlichen Daten weniger prominenter Menschen können für Kriminelle interes­sant sein. Da geht es dann allerdings weniger darum, sie zu veröffent­lichen und Aufmerk­samkeit zu erlangen, als sie für Betrugs­versuche wie etwa Identitäts­diebstähle zu nutzen. Wie so etwas aussehen kann, haben wir im Artikel Wenn Kriminelle persönliche Daten missbrauchen zusammengefasst.

Woher hatte der Täter all diese Daten?

Da können wir im Moment nur spekulieren. Einiges spricht dafür, dass sie im aktuellen Fall aus etlichen Quellen zusammen­getragen wurden. Manches könnte aus Hacker-Angriffen etwa auf E-Mail-Konten oder Online-Adress­bücher der Opfer oder von deren Bekannten oder Kollegen stammen. Aber auch aus öffent­lich zugäng­lichen Quellen wie sozialen Medien lässt sich oft viel über die Lebens­umstände einzelner Personen ableiten.

Wie kann man dem Daten­diebstahl vorbeugen?

Persönliche Daten – die eigenen ebenso wie die von Freunden und Bekannten – sind kost­bar und schützens­wert. Jeder sollte verantwort­lich damit umgehen. Das fängt damit an, dass man sich gut über­legt, was man selbst über sich und andere etwa in sozialen Medien veröffent­licht. Manch einer mag sich anläss­lich dieses Falls fragen, ob er nicht einige der eigenen Veröffent­lichungen etwa auf Facebook wieder löschen möchte. Wenn Sie ganz aus diesem Netz­werk aussteigen möchten, finden Sie auf test.de eine Anleitung dazu (Facebook löschen).

Wie kann ich meine Daten angemessen schützen?

Ganz wichtig: Konten bei E-Mail- und anderen Cloud-Diensten sollten Sie mit sicheren Pass­wörtern schützen – und zwar mit unterschiedlichen für alle sicher­heits­relevanten Dienste. Wie Sie vorgehen können, schildern wir in unserem Artikel Passwortsicherheit: So surfen und mailen Sie sicher.

Da es schwierig ist, sich viele unterschiedliche Pass­wörter zu merken, kann ein Pass­wort-Manager hilf­reich sein. Was solche Dienste taugen, hat die Stiftung Warentest im Test von Passwortmanager-Programmen untersucht.

Ein PC sollte auf jeden Fall mit einer aktuellen Sicher­heits­software geschützt sein. Die entsprechende Software testet die Stiftung Warentest regel­mäßig (Antivirus: Der beste Virenschutz für Ihren Computer).

Schließ­lich können Sicher­heits-Apps auf Smartphones durch­aus sinn­voll sein (mehr dazu in unserem Test von Sicherheits-Apps). Und wenn Sie alte Rechner, Smartphones oder Tablets verkaufen oder entsorgen, sollten Sie zuvor die darauf gespeicherten Daten unbe­dingt sicher löschen. Sinn­voll ist es auch, die Datei­systeme seiner Rechner und Mobilgeräte zu verschlüsseln. Diese Funk­tion ist heute bei gängigen Betriebs­systemen integriert, aber nicht immer ab Werk einge­schaltet.

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