„Das muss ohne Informatik­studium gehen“

Carola Elbrecht ist Rechts­referentin im Markt­wächter-Team Digitale Welt.

Auskünfte sollten für alle verständlich sein, fordert Digital-Expertin Carola Elbrecht vom Verbraucherzentrale Bundes­verband.

Was hat die Daten­schutz-Grund­ver­ordnung bislang gebracht?

Sie hat Verbraucher für Daten­schutz sensibilisiert und Rechts­sicherheit geschaffen. In der gesamten EU gilt nun für alle hier verfügbaren Online-Dienste dasselbe Daten­schutz­recht, egal ob der Anbieter in Deutsch­land, Irland oder den USA sitzt.

Wie gehen Firmen mit dem Auskunfts­recht der Nutzer um?

Wir sehen da oft eine Art Salami­taktik: Bei der ersten Anfrage geben manche Unternehmen nur wenige Daten raus. Erst wenn der Nutzer nach­hakt, erhält er weitere Informationen. Ein solches gestuftes Verfahren stellt unnötige Hürden für Verbraucher auf und ist von der Verordnung eigentlich nicht vorgesehen.

Sind die Daten­auskünfte für Nutzer einfach zu verstehen?

Bei der Darstellung ist oft noch Luft nach oben. Die DSGVO nennt zwar keine konkreten Stan­dards, verlangt die Auskunft aber „in präziser, trans­parenter, verständlicher und leicht zugäng­licher Form in einer klaren und einfachen Sprache“. Das Lesen muss also auch ohne Informatik­studium möglich sein, sonst läuft der Auskunfts­anspruch ins Leere.

Gibt es Schlupf­löcher, die Firmen aktuell ausnutzen?

Manche Unternehmen informieren in den Auskünften nicht über Nutzer­daten, die sie in pseudonymisierter Form – etwa mit ID-Kenn­ziffern – speichern. Aus ihrer Sicht besteht kein Personenbe­zug, da die Daten nicht mit einem Klar­namen verknüpft sind. Unabhängig davon ist es aber möglich, solche IDs zurück­zuver­folgen und somit den jeweiligen Nutzer doch zu identifizieren.

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