Daten sichern Test

Ob Texte, Fotos oder Videos – jeder hat wichtige Daten auf seinem Computer. Was tun gegen Datenverlust? Ganz klar: Vorbeugen. Womit das „gut“ geht, lesen Sie hier.

Plötzlich bewegt sich der Mauszeiger nicht mehr, das Bild des Monitors ist eingefroren. Auf der Tastatur herumzudrücken, hilft auch nicht weiter, ebenso wenig retten Buchstabenkombinationen, die in solchen Situationen helfen sollen. Auf dem Bildschirm rührt sich nichts. Jetzt fängt es im Inneren des Computers auch noch an zu klackern. Das verheißt nichts Gutes: Die Festplatte des Computers ist kaputt – und mit ihr auch alle darauf befindlichen Daten wie Urlaubsfotos, Videos von Familienfeiern, Steuerbelege oder gar die Doktorarbeit.

Vor dem schlimmsten Fall absichern

Von einem solchen Szenario hat fast jeder schon einmal gehört, viele haben es schon selbst erlebt. Dennoch wird das Thema Datensicherung stiefmütterlich behandelt. Dabei sollte jedem klar sein: Kommt es zum Datenverlust, sind die Daten des Rechners unwiderruflich verloren. Der einzige Ausweg – Computerspezialisten zurate zu ziehen – kann schnell teuer werden.

Viel einfacher und günstiger ist es, wichtige Daten im Vorfeld außerhalb des PCs, zum Beispiel auf einer externen Festplatte, zu speichern. Wir haben sieben externe Festplatten von 75 bis 170 Euro geprüft, aber auch Datensicherungssoftware für 20 bis 50 Euro plus zwei kostenlose Programme und die Betriebssystemerweiterung für Windows Vista: Windows Ultimate.

Alle Festplatten liefern eine eigene Daten­sicherungssoftware mit. Diese Kompaktlösungen eignen sich für Nutzer, die Dateien und Ordner mit Musik, Fotos, Videos oder Text sichern möchten (Dateiback­up, siehe „Glossar“). Anders bei der Software: Neben einzelnen Dateien kann der PC-Nutzer damit auch seine komplette Computeroberfläche – das Betriebssystem, vorgenommene Einstellungen, installierte Programme wie E-Mail oder Videoschnittsoftware – zurückholen (vollständiges Backup, siehe „Glossar“). Das ist für alle von Vorteil, die im Falle eines Systemausfalls ihr Betriebssystem mit allen Daten in kürzester Zeit wieder so auf dem Computer haben möchten, wie es vorher war. Auch bei dieser Variante müssen die Daten auf einem externen Datenträger wie Festplatte oder DVD gespeichert werden.

Sichern mit Festplatten

Datensicherung: Schutz vor dem Daten-GAU

Die Festplatten sind einfach zu handhaben und empfehlen sich für Nutzer, die eine Komplettlösung suchen: Auf der Festplatte befindet sich bereits eine Software. Sie kann nach Anschluss der Festplatte an den PC direkt von dort auf dem Rechner installiert werden. Die Festplatten sind von vornherein so formatiert, dass sie für Windows kompatibel sind. Sofern Windows benutzt wird, kann der Nutzer also schnell und bequem mit der Datensicherung loslegen: Mithilfe der Software kann er auswählen, welche Daten des Rechners regelmäßig gesichert werden sollen. Dafür setzt der Nutzer Häkchen an Dateiordner wie „Meine Fotos“ oder „Meine Videos“. Dann legt er noch fest, zu welchem Zeitpunkt die Datensicherung stattfinden soll. Das kann zum Beispiel automatisch bei jedem Herunterfahren des Rechners geschehen. Oder er drückt dafür einen speziellen Knopf auf der Festplatte selbst. Im Gegensatz zu den reinen Softwarelösungen kann man mit fast allen Festplatten aus unserem Test nur ein Dateibackup, aber kein vollständiges Backup (siehe „Glossar“) durchführen.

Beispiel Dateibackup: Der Computernutzer arbeitet an einem komplexen Textdo­kument, das Bilder und Tabellen enthält. Es empfiehlt sich, nach jeder Änderung den gesamten Ordner, in dem alle zugehörigen Dateien gespeichert sind, zu sichern. Auch Daten, die einen persönlichen Wert haben, wie Digitalfotos, sollten regelmäßig extern abgespeichert werden.

Vorteil: Die Sicherung geht schnell und benötigt wenig Speicherplatz.

Nachteil: Es sind nur die gewählten Dateien oder Ordner in der Sicherung enthalten, nicht das gesamte Laufwerk oder der komplette Datenbestand des Rechners.

Mit Western Digital „gut“ gesichert

Die beste Festplattenlösung liefert Western Digital My Book Home Edition. Ebenso wie die Buffalo DriveStation sichert sie die Daten schnell und „sehr gut“. Auch das Zurückspielen der Daten von beiden Festplatten auf den PC klappt ohne Probleme. Wer Wert auf einen schnellen eSata-Anschluss legt, ist mit der Western Digital besser beraten. Mehr Speicherplatz bietet mit 750 Gigabyte die Festplatte von Buffalo.

Sichern mit Software

Wenn man nicht nur persönliche Daten, sondern auch die komplette Programminstallation sichern möchte, empfiehlt es sich, die Festplatte des Rechners zu „spiegeln“. Dafür legt der Nutzer ein vollständiges Backup des gesamten Computers an. Das lässt sich mit jeder „guten“ Software aus dem Test durchführen. Mithilfe der ins­tallierten Software überträgt der Nutzer das Abbild seiner Festplatte auf einen externen Datenträger wie Festplatte oder DVD. Von dort aus kann er es bei einem Systemausfall wieder eins zu eins auf den Computer zurückspielen.

Beispiel vollständiges Backup: Es sichert sämtliche Daten des Rechners, auch die Com­puteroberfläche, die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf dem PC gespeichert sind. Der erste und beste Zeitpunkt, das Backup herzustellen, ist nach der Komplettinstallation des PCs, also wenn alle Treiber, Windows-Servicepacks und sämtliche Anwendersoftware aufgespielt sind.

Vorteil: Alle Daten liegen komplett vor. Bei der Wiederherstellung der Dateien muss der Nutzer nicht lange suchen. Im Notfall kann er den kompletten Datenbestand innerhalb von zirka zwei Stunden wieder auf den Computer hochladen.

Nachteil: Die Volldatensicherung ist sehr zeitaufwendig und kann viel Platz auf dem Speichermedium verbrauchen.

Norton Ghost 14 unkompliziert

Der Software-Testsieger von Norton arbeitet schnell und braucht weniger Speicherplatz als andere Programme. Genauso einfach, wie sich das Programm auf dem Rechner einrichten lässt, funktioniert mit ihm auch jede Art der Datensicherung bequem. Eine simple Anleitung erklärt, wie man seine Daten auf den Computer zurückspielen kann. Die beiden kostenlosen Programme waren im Test nur „befriedigend“, ihre Handhabung ist für den Benutzer doch recht kompliziert.

Businesslösung Windows Ultimate

Eine Besonderheit ist Windows Vista Ultimate. Wer das Betriebssystem Vista nutzt, kann auf Ultimate aufstocken – allerdings für zirka 310 Euro. Es enthält sämtliche Funktionen aller Vista-Versionen, sein Backup und die Handhabung sind „gut“. Doch bei dem Preis lohnt es sich nur für den, der sowieso Ultimate kaufen wollte. Für alle anderen gibt es günstigere Lösungen.

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