Daten sichern Test

Hochzeitsfotos von Tina, die Bewerbungs­mappe von Klaus und das letzte Video mit Oma: Jeder Mensch hat wichtige Daten auf seinem Rechner. Gehen sie verloren, ist das ein herber Verlust. Sicherungs­programme und externe Festplatten schützen. test.de stellt die besten Produkte vor und gibt Tipps zur Sicherheit.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test:Datensicherung.

Datenverlust programmiert

Ein unbedachter Klick und die Diplomarbeit ist hin. Ungewollt verschoben, auf immer verschollen oder versehentlich gelöscht: Viele Daten gehen einfach durch Unachtsamkeit verloren. Andere durch ernste Zwischenfälle: Ein Absturz beim Speichern und die neue Bewerbung ist hin; eine Tasse Kaffee kippt aufs Notebook und zerstört das System; eine Faust schlägt aus Ärger auf den Schreibtisch und lässt die Festplatte crashen. Jetzt sind alle Daten futsch. Es sei denn, Sie haben vorgesorgt.

Festplatten und Programme im Test

Mit einer externen Festplatte etwa, auf der Kopien gespeichert sind. Bewerbung, Diplomarbeit, Briefe, Urlaubsfotos, Videos: kurzum, alles, was wichtig ist. Oder mit einem Sicherungsprogramm. Das legt regelmäßig Kopien an. Auf Wunsch sogar ein Abbild des ganzen Systems – mit allen Programmen. Die Stiftung Warentest hat acht Backup-Programme getestet, sieben externe Festplatten und die integrierte Backup-Funktion von Windows Vista Ultimate.

Extern speichern ist besser

Basis für jede Sicherung ist ein Speichermedium. Die Tester empfehlen eine externe Festplatte, DVD oder CD-ROM. Auch eine zweite Festplatte im Rechner kann helfen, ist aber nicht wirklich sicher. Schließlich sitzt die zweite Festplatte am selben Ort wie die erste. Eine externe Platte ist besser. Und transportabel obendrein. Die Modelle im Test kommen mit kleinen Back-Up-Programmen daher. Sie verwalten zumindest das Kopieren von Dateien (Dateibackup).

Die besten Platten

Die beste Komplettlösung aus Festplatte und Software ist die Western Digital My Book Home Edition. Platte und Programm arbeiten zuverlässig und schnell. Die mitgelieferte Software WD Anywhere Backup speichert einzelne Dateien oder ganze Ordner. Inkrementelles und differentielles Backup sind nicht möglich. Dazu gleich mehr. Die Western Digital kostet 99 Euro. Sie fasst 500 GB. Ebenfalls gut ist die Buffalo DriveStation Turbo USB mit 750 GB für 99 Euro. Nachteil der beiden Testsieger: Ihr Gewicht. Sie wiegen jeweils ein Kilo. Für zu Hause ok, als mobiler Datenspeicher aber zu schwer.

Programme sparen Zeit

Inkrementelles und differentielles Backup sind die Stärken der Sicherungs­programme im Test. Die Software speichert zunächst einmal alle Daten. Beim inkrementellen Backup werden dann nur noch die Änderungen seit der letzten Vollspeicherung übertragen, beim differentiellen Backup nur die Änderungen seit der letzten inkrementellen Sicherung. Das spart Zeit. Die großen Sicherungsprogramme arbeiten wesentlich schneller als die kleinen Programme, die mit den Festplatten daherkommen.

Testsieger Norton

Das beste Sicherungsprogramm im Test heißt Norton Ghost 14. Es überzeugt durch schnelle und zuverlässige Datensicherung. Das Programm ist gut aufgebaut. Die Sicherung der Daten funktioniert einfach. Eine simple Anleitung erklärt, wie sich die Daten später auf den Rechner zurückspielen lassen. Mit Norton Ghost kommen auch Laien klar. Selbst ein komplettes Backup ist möglich. Das Programm kopiert dabei das Betriebssystem und alle installierten Programme. Mit diesem Abbild (Image) lässt sich das System nach einem Komplettausfall wiederherstellen. Norton Ghost 14 kostet 30 Euro. Pluspunkt: Es belegt weniger Speicherplatz als andere Programme.

Kostenlos und sicher

Für erfahrene Anwender gibt es kostenlose Alternativen: Personal Backup von J. Rathlev und TrayBackup von Michael Schiel. Beide Sicherungsprogramme arbeiten ebenso zuverlässig und schnell wie der Testsieger von Norton. Sie sind allerdings komplizierter aufgebaut. Die Programmoberfläche ist mit Optionen überfrachtet. Hilfe gibt es kaum. Handhabung deshalb nur ausreichend. Für erfahrene Anwender kein großes Problem. Pluspunkt: Beide Programme sind Shareware. Sie stehen im Netz kostenlos bereit.

Teuer und gut

Wer dagegen eine Businesslösung sucht, ist mit Windows Vista Ultimate gut bedient. Das Betriebssystem bietet neben guten Backup-Funktionen auch Extras wie Laufwerksverschlüsselung und erweiterte Netzwerkfunktionen plus die Multimediaprogramme Media Center, Movie Maker und DVD Maker. Der stolze Preis: 310 Euro.

Online speichern

Eine Alternative zu Sicherungsprogrammen und Festplatten sind Backup-Dienste im Netz. Anbieter wie Carbonite, Mozy oder WebAttached sichern Daten auf ihren Servern. Wer mitmachen will, muss sich zunächst anmelden und ein Backup-Programm installieren. Die Stiftung Warentest hat das Online Backup von Carbonite ausprobiert. Es funktioniert ohne Tadel, kostet allerdings 49,95 Euro im Jahr.

Datenschutz nicht sicher

Webhoster und Internetprovider bieten ähnliche Dienste. Manchmal sogar kostenlos. Vorteil: Online gespeicherte Daten sind weltweit verfügbar – schnelles Internet vorausgesetzt. Nachteil der Onlinedienste: Selbst bei verschlüsselter Übertragung sind die Daten nicht absolut sicher. Geheimdienste könnten mitlesen. Womöglich auch Hacker. Steht der Server im Ausland – etwa den USA – gelten die dortigen Datenschutzauflagen, nicht die deutschen. Intimer und sicherer ist die Kopie in den eigenen vier Wänden.

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