Boxcryptor und Cloudfogger: So verschlüsseln Sie die Daten für die Cloud

Nicht jeder möchte nur harmlose Fotos von Sehens­würdig­keiten in den Onlinespeicher schieben. Sensible Daten sollten Nutzer nicht ohne zusätzlichen Schutz in die Wolke laden. Sie müssen außer bei LaCie Wuala selbst handeln und ihren digitalen Schatz verschlüsseln. Die Tester haben sich zwei Lösungen angesehen, die das auf dem Computer und auf Android- und iOS-Geräten ermöglichen: Boxcryptor und Cloudfogger. Beide Programme legen die zu verschlüsselnden Daten in einem Extra­ordner, einem „Container“, ab und verschließen ihn mit einem eigens erstellten Schlüssel.

Mit Boxcryptor einfacher. Die Tester haben die kostenlose „Classic“-Variante geprüft. Sie kann unter anderem auf Android, iOS und Wind­ows Daten verschlüsseln und entschlüsseln. Auf dem Computer richtet Boxcryptor bei der Installation der Software ein Lauf­werk ein. Das erscheint wie eine Fest­platte im System. Das Lauf­werk ist mit dem Online-Speicher­dienst verbunden, den der Nutzer angegeben hat. Legt er hier seine Daten ab, landen sie auto­matisch verschlüsselt im Onlinespeicher. Der Test zeigt: Die Verschlüsselung findet vor dem Hoch­laden statt, der Speicher­dienst­anbieter kann die Daten nicht einsehen. Wollen Nutzer von Tablet und Smartphone eine verschlüsselte Datei ansehen, brauchen sie die Boxcryptor-App. Die ist kostenlos. In der kosten­pflichtigen Version können Nutzer sogar Datei­namen verschlüsseln. Das erhöht den Schutz, da auch Datei­namen wichtige Informationen verraten könnten.

Mit Cloudfogger komplizierter. Bei Cloudfogger müssen Anwender sich zunächst mit einer E-Mail-Adresse registrieren. Bei der Desktop-Software können sie nach der Installation angeben, welche Ordner sie ab sofort schützen wollen. Dazu müssen sie den jeweiligen Ordner ihres Online-Speicher­dienstes ankli­cken. Ab sofort verschlüsselt Cloudfogger alle Dateien auto­matisch, die der Nutzer in diesen Ordner schiebt. Im Test zeigte sich: Die Verschlüsselung ist sicher und sorgt tatsäch­lich dafür, dass der Anbieter des Online-Speicher­dienstes die Daten nicht mehr einsehen kann. Will der Nutzer die verschlüsselte Datei nun selbst auf dem Smartphone oder Tablet einsehen, braucht er dafür sowohl die App seines Online-Speicher­dienstes als auch die Cloudfogger-App. Zunächst müssen Nutzer die Datei in der App ihres Online-Speicher­dienstes, zum Beispiel Dropbox, auswählen und sie dann mithilfe der Cloudfogger-App über ein Kontext­menü öffnen. Das ist kompliziert und weniger intuitiv als bei Boxcryptor. Mit der Android-App können sie außerdem nur verschlüsselte Dateien öffnen, aber keine neuen Dateien verschlüsselt hoch­laden. Datei­namen verschlüsselt Cloudfogger nicht, das aber würde den Schutz erhöhen.

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