Daten in der Cloud Test

Online-Speicher­dienste sind für alle praktisch, die zwischen Notebook, Tablet und Smartphone hin und her jonglieren und ihre Dateien auf allen Geräten stets parat haben möchten. Aber wie sicher sind die Dienste? Sollten Nutzer angesichts von Geheimdienst- Schnüffelprogrammen wie „Prism“ und „Tempora“ ihre Daten einem Anbieter anver­trauen? Die Stiftung Warentest hat 13 Online-Speicher­dienste getestet. Keiner schneidet gut ab. Größtes Manko: Daten­sicherheit und Daten­schutz.

Online-Speicherdienste 08/2013

  • Box Hauptbild Box
  • Deutsche Telekom Mediencenter Hauptbild Deutsche Telekom Mediencenter
  • Dropbox Hauptbild Dropbox
  • GMX MediaCenter Hauptbild GMX MediaCenter
  • Google Drive Hauptbild Google Drive
  • LaCie Wuala Hauptbild LaCie Wuala
  • Microsoft SkyDrive Hauptbild Microsoft SkyDrive
  • Mozy MozyHome Hauptbild Mozy MozyHome
  • Pro Softnet IDrive Hauptbild Pro Softnet IDrive
  • Strato HiDrive Free Hauptbild Strato HiDrive Free
  • SugarSync Hauptbild SugarSync
  • Trend Micro SafeSync Hauptbild Trend Micro SafeSync
  • Web.de Online-Speicher Hauptbild Web.de Online-Speicher
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Über­all auf die eigenen Daten zugreifen

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Wer Fotos oder Dokumente auf dem Notebook, dem Smartphone oder auf dem Rechner im Büro einsehen will, für den ist ein Online-Speicher­dienst praktisch. Nutzer laden ihre Daten einmal auf einen zentralen Speicher im Internet und können sie dann mit allen ihren internetfähigen Geräten einsehen. Cloud­dienste, wie die Onlinespeicher auch heißen, bieten noch einen weiteren Vorteil: Sie ermöglichen es, Daten zu „teilen“. Lebt der Sohn in Hamburg und möchte seine Urlaubs­bilder den Eltern in München zeigen, kann er sie bei einem Cloud­dienst hoch­laden und seine Eltern für die jeweilige Bildergalerie frei­schalten. Nach dem Klick auf einen Link können sie die Fotos dann sofort am Computer, Tablet oder Smartphone zuhause ansehen.

Sorgen um den Daten­schutz

Viele Nutzer sind unsicher, ob sie ihre Daten einem Speicher-Dienst anver­trauen sollten. Für Skepsis sorgen zudem die aktuellen Berichte über die Ausspäh-Aktivitäten der Geheim­dienste. Besonders in Sorge sind Nutzer, wenn es nicht nur um harmlose Urlaubs­fotos oder die Einkaufs­liste geht, sondern etwa um Daten der eigenen Kranken­akte oder das Arbeits­zeugnis. Sind die Daten vor Zugriffen von Dieben geschützt? Was macht der Anbieter selbst mit den Daten? Und wem macht er sie zugäng­lich? Eine wesentliche Rolle spielt, wo die Server stehen, auf denen die Daten gespeichert und verarbeitet werden. Je nach Land herrscht ein anderes Daten­schutz­niveau und eine andere Rechts­lage.

Im Zweifel Daten für die Cloud verschlüsseln

Im europäischen Wirt­schafts­raum gibt es Daten­schutz­gesetze mit hohen Anforderungen. In den USA sieht das anders aus. Dort können Ermitt­lungs­behörden sehr leicht auf Daten, die auf US-Servern liegen, zugreifen. Das sollte jeder wissen, der einen amerikanischen Anbieter wählt. Zudem können die Dienst­anbieter selbst in die Daten schauen. LaCie Wuala, ein Dienst mit Sitz in der Schweiz, ist der einzige, der die vom Nutzer hoch­geladenen Daten nicht einsehen kann. Die US-Anbieter schneiden im Punkt Daten­schutz und Daten­sicherheit alle­samt nur ausreichend ab. Die europäischen Dienste sind aber nicht viel besser. Wer trotz der Daten­schutz­probleme nicht auf den Komfort der Cloud verzichten will, sollte sensible Daten mit Hilfe von Zusatz­programmen selbst verschlüsseln und erst dann in die Wolke schieben. Im Test erklären die Spezialisten auch, mit welchen Programmen das gelingt, und wie Nutzer beim Verschlüsseln am Besten vorgehen.

Tipp: Für weitergehende Fragen stehen Ihnen die Experten der Stiftung Warentest im Live-Chat auf test.de am Mitt­woch, 7. August 2013 zur Verfügung.

Zur Daten­sicherung eher unge­eignet

Alle getesteten Speicher­dienste können Nutzer auf Wind­ows-Rechnern und mittels App auch auf Android- und Apple-iOS-Geräten anwenden. Möglich ist auch der Zugang über die Internetseite des Anbieters. Der Test zeigt: Die Hand­habung könnte bei allen Diensten besser sein. Zur Daten­sicherung sind die Cloud­dienste eher unpraktisch. Große Daten­mengen auf einen Speicher im Internet hoch- und herunter­zuladen, würde Tage dauern. Außerdem dürften die wenigsten Nutzer mit den Gratis­angeboten der Cloud­dienste hinkommen. Wer den Speicher aufstocken will, zahlt beim güns­tigsten Anbieter 37 Euro jähr­lich für 100 Gigabyte. Dafür können Nutzer schon eine externe Fest­platte mit wesentlich mehr Speicher­platz kaufen.

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