Fotos, Schreiben und Musik liegen heute meist auf dem Computer. Doch die Festplatte ist sensibel. Geht sie kaputt, sind die Daten weg. Backups schützen davor. Wie und worauf man richtig sichert, ist wichtig zu wissen.

Meist geht es in Internetforen mit einer deutlichen Sprache zur Sache: „So dumm muss man erst mal sein“, hieß es in einem Kommentar, der einem Freiburger Studenten galt. Ihm war das Notebook gestohlen worden. Das wichtigste Dokument darauf: die Doktorarbeit, an der er seit mehreren Jahren schrieb. Eine Sicherungskopie hatte er offenbar nicht, denn er bat per Internet dringend um Hinweise zum Verbleib seines Notebooks samt seiner Dissertation. Doch die Gemeinde kannte keine Gnade: „Kein Backup – kein Mitleid.“

Wie der Freiburger Student machen sich viele erst dann Gedanken über Datensicherung, wenn es zu spät ist. Wenn die Festplatte raucht, das Notebook gestohlen oder die Wohnung vom Brand verwüstet ist, dann formt sich in den Köpfen ein Wunsch: Ach, hätte ich doch …

Was ist überhaupt ein Backup?

Die Daten sind auf magnetisierbaren Scheiben – der Festplatte – gespeichert. Ein Lesekopf schwebt über den Scheiben und tastet sie ab. Wird der Computer während des Betriebs unsanft behandelt, setzt der Lesekopf auf und zerkratzt die Scheiben. Resultat: Die Daten sind nicht mehr lesbar. Vor dem Verlust schützt ein Back­up, eine Datensicherung: Man kopiert die Daten rechtzeitig von der Festplatte auf ein anderes Speichermedium. Alle Informationen sind nun doppelt vorhanden und bei Bedarf reproduzierbar. Ein Back­up steht und fällt mit der Vorbereitung. Wer seine Daten nicht strukturiert, kann auch nicht strukturiert sichern. Daher lautet das oberste Gebot: Organisieren Sie Ihre Daten auf dem Computer. Installieren Sie beispielsweise eine zweite interne Festplatte, wenn Sie besonders viele Daten haben. Auf die erste ziehen Sie dann nur jene Daten, die Sie zum Starten und Betreiben des Computers benötigen, also Dateien des Betriebssystems und Anwendungsprogramme. Bei einem Rechnerabsturz können sie ohne Schwierigkeiten wiederbeschafft werden, denn die Software liegt auf der Installationsdisk vor.

Viel wichtiger sind die Daten, die einen persönlichen Wert für Sie haben, zum Beispiel Bilder, Musik, Videos – oder eben die Doktorarbeit. Jene gehören auf die zweite interne Festplatte.

Sie können die interne Festplatte aber auch so einteilen (partitionieren), dass die wichtigen, unwiederbringlichen Daten auf einem Laufwerk zusammengefasst oder in einem speziellen Ordner (zum Beispiel „Eigene Dateien“) abgelegt werden. Wollen Sie ein Backup machen, müssen Sie die Daten nun nicht in verschiedenen Ordnern auf unterschiedlichen Laufwerken suchen. Sie kopieren einfach das Laufwerk oder den jeweiligen Ordner auf das Speichermedium.

Fachleute unterscheiden im Wesentlichen zwei Formen des Backups: das Volldatenbackup und das inkrementelle Backup. Beim Volldatenbackup sichert man – der Name verrät es – den vollständigen Datenbestand. Das heißt: Ordner oder Laufwerk auswählen, mit der rechten Maustaste anklicken, kopieren und auf dem externen Speichermedium einfügen. Auch beim inkrementellen Backup kopiert man zunächst sämtliche Daten. Später werden aber nur noch jene Dateien gesichert, die sich seit dem letzten Backup geändert haben oder seither neu angelegt worden sind.

Gehts noch einfacher?

Unterstützung bieten spezielle Programme, die regelmäßige Backups automa­tisch starten. Das kostenlose Datensicherungswerkzeug TrayBackup für Windows nimmt die inkrementelle Datensicherung beispielsweise immer dann vor, wenn Sie Windows starten oder beenden (zu beziehen unter www.bsi-fuer-buerger.de).

Einige Hersteller bieten inzwischen externe Festplatten mit speziellen Funktionen wie „One-touch-backup“ oder „One-button-data-synchronisation“ an. Der Datenabgleich läuft damit fast wie von selbst: Einfach die externe Festplatte an den Computer anschließen, ein Knöpfchen drücken und einige Zeit warten – schon ist das Backup fertig.

Wenn Sie nicht nur Ihre persönlichen Daten, sondern auch Ihre komplette Programminstallation sichern möchten, empfiehlt es sich, die Festplatte zu „spiegeln“. Sie legen dafür sozusagen ein Vollbackup Ihres gesamten Computers an. Programme wie Acronis True Image unterstützen Sie dabei und übertragen das Abbild (Image) Ihrer Festplatte auf einen externen Datenträger. Von dort aus können Sie im Notfall dann Ihren kompletten Datenbestand innerhalb rund einer halben Stunde hochladen.

Sie können Ihre Festplatte auch spiegeln, indem Sie sie mit einer zweiten, gleich großen internen Platte zu einem Raid-System (Redundant array of independent disks = Verbund mehrerer unabhängiger Festplatten) zusammenschließen. Über einen Raid-Controller wird der Inhalt der einen Festplatte automatisch auf die zweite kopiert. Fällt eine der beiden Platten aus, sind die Daten immer noch auf der zweiten vorhanden.

Dann ist ja alles in Ordnung, oder?

Ein Witz unter Administratoren geht so: „Unsere Backups waren gut, nur mit dem Wiederherstellen gab es Probleme.“ Um sicherzugehen, dass die Daten auf dem Medium später lesbar sind, sollten Sie sie unkomprimiert speichern. Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit stichprobenartig, ob die Sicherungskopien noch intakt sind. Treten Fehler auf, sollten Sie die Daten schnellstens auf andere Medien kopieren.

Welche Medien bieten sich denn an?

Welches Speichermedium sich für die Sicherungskopie am besten eignet, hängt von mehreren Fragen ab: Wollen Sie den Datenträger stets bei sich tragen? Wie viel darf er kosten und welche Datenmenge soll er fassen? Die Tabelle gibt einen Überblick über die zurzeit gängigsten Backupmedien wie CDs, DVDs, USB-Sticks oder externe Festplatten.

Mehr und mehr erschließt sich der Privatanwender auch Profimethoden, um seine Daten zu sichern. In einem NAS-System (Network Attached Storage = über das Netzwerk angeschlossener Massenspeicher) haben mehrere Anwender zur gleichen Zeit Zugriff auf dieselbe Festplatte. Statt an den Computer wird sie ans lokale Netzwerk angebunden. Mitglieder des Netzwerks können über die Festplatte nicht nur Musikdateien, Fotos oder Dokumente austauschen, sondern auch ein Backup ihrer Daten darauf hinterlegen.

Vielleicht hatte der Freiburger Student keines der Speichermedien zur Hand. Dann hätte immer noch eine banale Strategie geholfen: Die Doktorarbeit einfach an die eigene E-Mail-Adresse schicken.

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