Datei über Mieter Meldung

Alles unter Kontrolle: Vermieter können ­Informationen über ­unzuverlässige Mieter aus einer Warndatei abrufen.

Vermieter können jetzt aus einer „Warndatei für das Wohnungswesen“ Infos über unzuverlässige Mieter abrufen. Die Daten des Unternehmens Vpaz („Vermieter und Partner arbeiten zusammen“) liefern die Vermieter selbst. 80 000 Wohnungseigentümer sollen bereits mitmachen.

„Sehr bedauerlich“ nennt der nordrhein-westfälische Datenschützer Horst Dressler die Datei. Aber: „Rechtlich ist sie zulässig.“ Wie viele Mieter bereits in der Datei stehen, sagt Vpaz nicht. Verraten wird nur, dass Urteile von Prozessen um Mietrückstände oder etwa Vollstreckungsbescheide gegen Mieter gespeichert würden. Kommentare wie „Hört laute Musik“ hingegen nicht. In Stichproben würden die Vermieterangaben überprüft, beteuert Gerd Ribbeck von Vpaz. Falscheinträgen könnten Mieter widersprechen. Bis zur Klärung seien diese dann gesperrt.

Mieter, die wissen wollen, ob sie bei Vpaz gespeichert sind, müssen für 8,70 Euro eine Selbstauskunft einholen (Vpaz GmbH, Landrat-Trimborn-Straße 38, 42799 Leichlingen).

Ob sich Vpaz durchsetzt, ist ungewiss. Derzeit verlangen misstrauische Vermieter von Mietinteressenten häufig eine Schufa-Selbstauskunft, in der dann auch steht, dass jemand beim ­Telefonunternehmen nicht pünktlich gezahlt hat oder Ratenkredite geplatzt sind. Sind Wohnungen rar, kommen Mieter um diesen Finanzstriptease kaum herum.

Tipp: Ein Vermieter, der erstmals Daten über Sie an Vpaz weitergibt, muss Sie darüber informieren. Stellen Sie mittels Selbstauskunft fest, dass Daten ohne Benachrichtigung gespeichert wurden, sollten Sie Vpaz und den Landesdatenschutzbeauftragen informieren. Nach Vpaz-Angaben werden die Daten in solchen Fällen gesperrt und der Vermieter abgemahnt.

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