Dash-Buttons Meldung

Wasch­mittel gibts auch künftig noch auf Knopf­druck, Amazon verkauft aber keine neuen Dash-Buttons mehr.

Amazon nimmt seine Dash-Buttons vom Markt. Die WLan-Bestell­knöpfe ermöglichen Prime-Mitgliedern, per Knopf­druck Wasch­mittel, Windeln oder Zahnpasta zu bestellen. Da sich Amazon das Recht vorbehält, den Preis zu erhöhen oder Kunden ein anderes Produkt zu schi­cken, hatte das Ober­landes­gericht München die Buttons im Januar 2019 für unzu­lässig erklärt – und so die Kritikpunkte der Stiftung Warentest bestätigt. Trotz seiner jüngsten Entscheidung will der Konzern das Urteil nicht akzeptieren.

Amazon verkauft keine Dash-Buttons mehr

Amazon hat den Verkauf seiner WLan-Bestell­knöpfe welt­weit einge­stellt. Amazon hatte die Dash-Buttons in sieben Ländern angeboten: USA, Deutsch­land, Japan, Groß­britannien, Italien, Spanien und Frank­reich. Nach dem Urteil des Ober­landes­gerichts (OLG) München (Az. 29 U 1091/18) verstoßen die Amazon-Bestell­knöpfe gegen die gesetzlichen Vorgaben für Internet­verkäufe.

Künftig virtuell statt physisch – oder über Alexa

Trotz der Entscheidung, die Dash-Buttons vom Markt zu nehmen, hat Amazon angekündigt, gegen das OLG-Urteil vorgehen zu wollen – und setzt weiter auf ähnliche „One-Click“-Bestell­techniken. Dazu gehören virtuelle Dash-Buttons auf der Amazon-Webseite und in der Amazon-App. In den USA können Hersteller solche virtuellen Bestell­knöpfe bereits in die Displays ihrer Geräte integrieren. Außerdem können Amazon Kunden per Sprach­befehl an die Alexa-Assistentin einkaufen. Bei all diesen Bestell­formen dürfte der Kunde das Produkt und den Preis kaum klar vor Augen haben.

Was hat das Gericht entschieden?

Das Ober­landes­gericht München hat in seinem Urteil entschieden, dass Dash-Buttons unzu­lässig sind. Damit hat es das Urteil der Vorinstanz bestätigt und dem Kläger – der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen – recht gegeben. Die Verbraucherzentrale und die Stiftung Warentest waren sich seit der Einführung der Dash-Buttons im Sommer 2016 einig in ihren Kritik­punkten. Genau diese hat nun auch das Gericht als Begründung heran­gezogen: Erstens erfüllen die Buttons nicht die gesetzlichen Vorgaben für Internet­verkäufe. Diese fordern, dass bei der Bestellung Informationen zum Produkt und zum Preis ange­zeigt werden und dass der Käufer einen virtuellen Button mit der expliziten Erklärung „Zahlungs­pflichtig bestellen“ drücken muss, damit er sich definitiv darüber im Klaren ist, dass er gerade etwas kauft. Zweitens gesteht sich Amazon in den Nutzungs­bedingungen das Recht zu, den Preis zu ändern oder dem Kunden sogar ein anderes, vergleich­bares Produkt zu schi­cken – auch das ist laut Gericht nicht rechts­konform.

Ist das Urteil rechts­kräftig?

Nein. Das Ober­landes­gericht hat zwar keine Revision zugelassen. Amazon kann aber gegen das Urteil vorgehen, indem es eine Nicht­zulassungs­beschwerde einlegt. Der Konzern hat inzwischen angekündigt, dies auch tun zu wollen – ungeachtet seiner Entscheidung, die Dash-Buttons vom Markt zu nehmen.

Was passiert mit Buttons, die bereits in Haushalten aktiv sind?

Kunden können die Buttons weiterhin für Bestel­lungen nutzen. Damit kein finanzieller Schaden durch ungewollte Mehr­fach­bestel­lungen entsteht, sollten Nutzer die Option „Mehr­fach­bestel­lungen“ nicht verwenden. In den Grund­einstel­lungen ist diese Option deaktiviert. Versehentliche Einzel­bestel­lungen – etwa durch neugierige Besucher oder spielende Kinder – können allerdings weiterhin ausgelöst werden.

Gibt es bei Bestel­lungen über Amazons Sprach­assistentin Alexa ähnliche recht­liche Probleme?

Nein. Bei Bestel­lungen über Alexa wird der Preis angesagt (siehe Amazon Echo und Echo Dot: Die Gadgets von Amazon im Test). Zudem muss der Kunde die Bestellung verbal bestätigen. Versehentliche Bestel­lungen können aber durch­aus vorkommen, etwa wenn ein Kind Alexa mitteilt, dass es sich eine Puppenstube wünscht.

Dieser Artikel ist erst­mals am 12. Oktober 2016 auf test.de erschienen. Er wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 1. März 2019.

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