Übel abgewimmelt vom Hifi-Shop-Berlin fühlte sich Daniel Coenen, als er seinen Camcorder zurückgeben wollte. Er hatte ihn online bestellt, aber im Laden abgeholt. Jetzt wollte er das 14-tägige Fernabsatz-Widerrufsrecht nutzen. „Aber nicht bei Abholung“, war die Antwort. Und falls er auf seinem Recht bestehe, bekomme er gar eine Strafanzeige wegen Nötigung.

Das ist böse, und so einfach geht es auch nicht. Ob das Fernabsatz-Widerrufsrecht gilt, wenn ein Kunde online bestellt, aber die Ware persönlich im Laden abholt, das kommt darauf an: „Nur wenn der Kunde beim Abholen noch entscheiden durfte, ob er wirklich kauft oder lieber doch nicht, hat er kein Widerrufsrecht“, erklärt Jurist Dr. Carsten Föhlisch vom Gütesiegel Trusted Shops. Wenn aber im Kleingedruckten steht, dass die Internetbestellung verbindlich ist, so wie beim Hifi-Shop, dann darf der Kunde später widerrufen. Denn der Sinn des Widerrufsrechts ist es, dass Fernabsatz-Kunden die Gelegenheit haben, die Ware in Augenschein zu nehmen. Höchstrichterlich entschieden ist diese Frage bisher allerdings nicht.

Tipp: Wer im Internet bestellt, sollte daher auf Gütesiegel achten, die zum Beispiel unter www.internet-guetesiegel.de stehen. Händler mit Trusted-Shops-Zertifikat räumen den Kunden auch bei Abholung ein Widerrufsrecht ein.

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