Versuchen kann man es ja mal – nach diesem Motto sollte Denise M. abkassiert werden. Sie hatte sich bei www.lehrstellen-heute.com angemeldet, doch die Infos fand sie unbrauchbar. Der Hinweis auf die Kosten war leicht zu übersehen, dennoch kam wenige Tage später eine Rechnung: 84 Euro für ein Jahresabo – sie war auf einer der Seiten der Brüder Schmidtlein gelandet (siehe Meldung). Denise M. wehrte sich und ging zum Anwalt – mit Erfolg: Schnell lenkten die Brüder ein, mit einem Standardschreiben. Blieben noch die Anwaltskosten. Aber auch die wurden nach einigem Hin und Her übernommen. Bedingung: Sie sollte absolutes Stillschweigen bewahren. „Die Brüder scheuen das Licht der Öffentlichkeit, wie ich es noch nie erlebt habe“, staunt Anwalt Dr. Christian Hof aus Mönchengladbach. Er hat weitere Mandanten, bei denen die Schmidtlein-Firma sofort auf ihre Forderung verzichtete, als er sie angeschrieben hatte. In solche Internetfallen tappen jeden Monat etwa 22 000 Surfer, schätzt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Da gibt es Rezepte, Hausaufga­benhilfe, Ahnenforschung, SMS und vieles mehr angeblich gratis.

Tipp: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat eine Liste zweifelhafter „Gratis-Seiten“ ins Netz gestellt: unter www.vzbv.de. Wer hereingefallen ist und sich an eine Verbraucherzentrale wendet, hört von den Firmen meist nie wieder etwas.

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