Das ärgert den Leser Meldung

Mit „Geschenken“ locken Internetfirmen Kunden in Verträge, die sie gar nicht wollen.

Gratis. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Wir haben ein tolles Geschenk für Sie: Drei Monate Email-Komfort!“ GMX-Kunde Patrick Braun* freute sich über das Angebot: 150 SMS gratis, Virenschutz, jede Menge Speicherplatz. Er drückte auf „Geschenk auspacken“.

Jahresabo. Und tatsächlich waren drei Monate gratis. Erst danach sollte daraus ein Jahresabonnement für 59,88 Euro werden. Doch der clevere Student kündigte umgehend online. Dennoch kam wenig später die Rechnung für ein Jahresabo. „Ich hätte halt per Brief oder Fax kündigen müssen, online sei das nicht verbindlich, teilte mir die Kunden-Hotline mit“, berichtet der verärgerte test-Leser: „Die Dame dort wusste sofort Bescheid, als sei ich nicht der Einzige, dem so etwas passiert ist.“

Vertragsabschluss mit simplem Mausklick, aber Kündigung nur per Brief oder Fax? „Aus Gründen der Datensicherheit muss die Kündigung schriftlich erfolgen“, versuchte GMX-Sprecherin Nadja Elias uns das zu erklären. GMX bestand hartnäckig auf der Forderung, die sich mit Mahn-, Inkasso- und Anwaltskosten bald auf 101,76 Euro belief. Doch der Student nahm sich selbst einen Anwalt – erst da verzichtete GMX auf die Forderung.

Abmahnung. Auch web.de verschickte 2006 eine ähnliche Geburtstagswerbung: „Drei Monate Premium Email gratis“. Wer das annahm und nichts weiter tat, rutschte automatisch in ein Jahresabo. Nachdem sich mehrere Verbraucher beschwert hatten, mahnte die Verbraucherzentrale Berlin web.de ab und bekam auch die geforderte Unterlassungserklärung.

Unser Rat. Fechten Sie solche „Verträge“ wegen Irrtums an. Hilfe gibt es in den Verbraucherzentralen. Noch besser: Verzichten Sie einfach auf solche „Geschenke“.

* Name von der Redaktion geändert.

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