Das ärgert Meldung

Im Weihnachtsgeschäft dürften DVD-Platten zu den Verkaufsschlagern gehören ­ nicht nur wegen der starken Nachfrage nach den Abspielgeräten. Obwohl der Verkauf in Deutschland erst vor zwei Jahren startete, wurden schon 400.000 Geräte verkauft. Auch die recht beachtliche Titelauswahl ­ weltweit rund 5.000 Titel ­ trägt zum Erfolg bei. Leider wird die Freude am DVD-Erlebnis oft getrübt, weil die Software eigentlich vorhandene Möglichkeiten ungenutzt lässt.

Beispiel Surroundsound: Mit dem Dolby-Digital-Ton ist die DVD der Videokassette qualitativ weit überlegen. Bei manchen DVDs beschränkt sich der Digitalton aber auf die englische Originalfassung. Des Englischen Unkundige haben das Nachsehen und müssen in der deutsch synchronisierten Version mit analogem Dolby-Surround-Ton vorlieb nehmen.

Beispiel 16:9-Format: Zwar kann man auf einem 16:9-Fernseher das DVD-Bild in jedem Fall so "hochzoomen", dass die schwarzen Streifen fast vollständig verschwinden. Allerdings wird dabei die Bildschärfe schlechter. Nur wenn das Kinobild in der Breite gestaucht (Fachbegriff: anamorph) aufgezeichnet und beim Abspielen auf einem 16:9-Fernsehgerät in seine ursprünglichen Proportionen zurückversetzt wird, bleibt die Schärfe voll erhalten. Viele DVDs kommen ohne anamorphe Kodierung in den Handel. Selbst wenn das "echte" 16:9-Format auf der Platte vorhanden ist, steht das nicht immer auf der Hülle. Manchmal weist der Zusatz "für 16:9-TV" den Weg.

Besonders ärgerlich: Wer zu früh kauft, den bestraft oft genug die Plattenfirma. So werden die Erstkäufer der "Lola rennt"-DVD mit Wehmut feststellen, dass die Zweitauflage durch neuen digitalen Theatersound (DTS-Ton) und anamorphes 16:9-Format aufgemotzt wurde. Bei manchen Plattenfirmen scheint die Neigung, technisch anspruchsvollere DVDs erst als Zweitauflage oder "Special Edition" herauszubringen, fast Methode zu sein.

Tipp: Studieren Sie beim DVD-Kauf eingehend das Plattencover nach Hinweisen auf Bild- und Tonformate. Fragen Sie im Zweifelsfall den Verkäufer und vereinbaren Sie ein Sonderumtauschrecht.

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