Neues in Altverträgen

Das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG), das Kunden viele Vorteile bringt, gilt ab 2009 auch für Verträge, die vor 2008 geschlossen wurden. In Verträgen von 2008 stehen schon seit Jahresbeginn die neuen Regelungen.

Die Rechte der Kunden werden besonders in der Auto-Kaskoversicherung, bei Hausrat-, Reisegepäck- und bei anderen Sachversicherungen gestärkt. Wichtig sind vor allem folgende Änderungen:

  • Haben Versicherte Pflichten verletzt, verlieren sie nicht mehr automatisch die komplette Leistung. Es kommt auf die Schwere ihres Fehlers an.
  • Ansprüche auf Versicherungsleistungen verjähren erst nach drei Jahren, vorher nach sechs Monaten.
  • Bei gekündigten Verträgen müssen Versicherer den Beitrag taggenau abrechnen. Versicherte mussten bisher oft bis zum Jahresende weiterzahlen, obwohl ihr Vertrag nicht mehr bestand.

Kunden mit älteren Verträgen werden zurzeit per Post von ihrem Versicherer informiert, welche Bedingungen geändert werden. Die Versicherer dürfen nur durch das VVG betroffene Klauseln anpassen. Bleiben sie untätig, schaden sie sich selbst. „Entspricht eine Bedingung nicht mehr dem Gesetz, ist sie unwirksam“, sagt Karl Maier, Versicherungsrechtler an der Universität Köln. Eine Klausel über die Folgen des Fahrens ohne Führerschein könne so ungültig werden. Geschehe ein Unfall, müsse der Versicherer dann voll zahlen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 365 Nutzer finden das hilfreich.