Das Tier im Testament Meldung

Viele Tier­besitzer möchten schon zu Lebzeiten regeln, was mit ihrem Liebling passiert, wenn sie versterben. Dabei gilt es, einiges zu beachten. test.de sprach mit dem Testaments-Experten Wolfgang Roth. Der Fach­anwalt für Erbrecht erklärt, warum es keine gute Idee ist, sein Tier zum Erben einzusetzen, und welche Vorteile es bietet, einen Testaments­voll­stre­cker zu benennen.

Haustier als Erbe? Keine gute Idee!

Kann ich meinem Haustier etwas vererben?

Nein. Tiere können nach deutschem Recht nicht erben, sie können nur vererbt werden. Wird das Haustier zum Erben einge­setzt, kann sogar das gesamte Testament ungültig sein!

Wie kann ich mein Tier absichern, falls es mich über­lebt?

Der Tier­besitzer kann zum Beispiel einen seiner Erben im Testament verpflichten, das Tier zu pflegen und diese Auflage mit einem Geld­betrag verknüpfen. Dies könnte er im Testament beispiels­weise so formulieren: „Meiner Erbin (Name) mache ich zur Auflage, mein bei meinem Tod vorhandenes Haustier, derzeit mein Hund (Name), bis zu dessen natürlichem Lebens­ende zu pflegen. Hierfür erhält sie einmalig den Betrag von (Summe) Euro. Er ist vor der Nach­lass­aus­einander­setzung dem Nach­lass zu entnehmen.“

Kann ich eine Nach­barin, die nichts erben soll, mit der Tier­pflege beauftragen?

Ja, der Tier­besitzer muss dann aber ein Testament mit Vermächt­nis verfassen und zum Beispiel so formulieren: „Meiner Nach­barin (Namen, Adresse) vermache ich meinen Hund (Name). Den Erben (Name, Adresse) verpflichte ich, ihr einen monatlichen Betrag von xxx Euro für die Pflege meines Hundes (Namen eintragen) zu zahlen. Die Tier­arzt­kosten sind gesondert zu entrichten. Dies gilt bis zum natürlichen Ende meines Hundes.“

Testaments­voll­stre­cker benennen

Wie kann denn der Tier­besitzer sicher sein, dass seine Wünsche auch umge­setzt werden?

Wenn er einen Testaments­voll­stre­cker benennt, über­wacht dieser, ob die im Testament gemachten Auflagen für das Tier auch durch­geführt werden. Hierzu könnte man folgende Formulierung verwenden: „Zur Über­wachung der Auflage ordne ich Testaments­voll­stre­ckung an. Zum Voll­stre­cker benenne ich (Name, Geburts­datum), ersatz­weise soll das Nach­lass­gericht einen Testaments­voll­stre­cker bestellen. Sollte der Voll­stre­cker fest­stellen, dass das Tier nicht ordnungs­gemäß gepflegt wird, muss er einen artgerechten Pfle­geplatz für das Tier finden. Die Kosten des Pfle­geplatzes trägt (Name des ursprüng­lich einge­setzten Tier-Pflegers).“

Muss der Tier­besitzer sonst noch etwas berück­sichtigen?

Das Testament muss komplett hand­schriftlich verfasst, mit Datum versehen und unter­schrieben sein. Wenn der Tier­besitzer auf Nummer sicher gehen will, dass seine Wünsche umge­setzt werden, muss er sein Testament beim Nach­lass­gericht verwahren lassen. Dies kostet einmalig 75 Euro zuzüglich Auslagen und Mehr­wert­steuer.

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