Ende 2003 fragte Finanztest den Vorstand der Versicherungsgesellschaft WWK Jürgen Schrameier nach den Vermittlungsmethoden, mit denen zwei WWK-Vertreter Kunden schädigten. Schrameier: „Sollten wir feststellen, dass Falschberatung durch zwei für unser Haus tätige Handelsvertreter vorlag, werden wir ... selbstverständlich dafür ... finanziell geradestehen.“ Die Vertreter hatten Kunden Lebensversicherungen verkauft, deren Beiträge sie über eine riskante Fondsfinanzierung aufbringen sollten. Als die Kurse fielen, konnten sie das nicht mehr.

Jetzt zeigt ein Strafurteil gegen einen der Vertreter, dass die WWK längst von den Machenschaften wusste. Schon 1998 wurde der Mann abgemahnt. 2003 wurde er ermahnt, für seine Geldgeschäfte kein WWK-Papier zu benutzen.

Nachdem Finanztest 2004 berichtete, häuften sich die Beschwerden. Gekündigt wurde dem Vertreter erst, als sich die Staatsanwaltschaft einschaltete. Die WWK-Verantwortlichen hätten spätestens 2002 eingreifen müssen, urteilte das Gericht. Dann wären vielen Kunden Schäden erspart worden, erklärte Anwalt Andreas Mayer aus Freiburg. Für die Schäden wollte der WWK-Vorstand nicht einstehen. Kunden mussten erst klagen, um Schadenersatz zu bekommen (OLG Karlsruhe, Az. 13 U 202/06, Revision nicht zugelassen).

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