Seit 2002 können Versicherte auf Kassen­kosten zur Darm­spiegelung gehen, um Darm­krebs früh zu erkennen. Das Deutsche Krebs­forschungs­zentrum wertete die ersten zehn Jahre des Programms mit 4,4 Millionen Unter­suchungen aus. Die Forscher ziehen eine positive Bilanz. Ärzte fanden 180 000 Krebs­vorstufen, die sie entfernten, und mehr als 40 000 Fälle von Darm­krebs im frühen, meist noch gut heil­baren Stadium. Demgegen­über standen nach statistischen Berechnungen nur 4 500 Über­diagnosen – auffällige Befunde, die lebens­lang keine Probleme bereitet hätten. Rund eine von 1 000 Spiege­lungen führt also zu einer unnötigen Behand­lung. Noch nied­riger ist laut früheren Daten die Rate an Komplikationen wie Blutungen. Krankenkassen bezahlen zwei Spiege­lungen: die erste im Alter ab 55, die zweite mindestens zehn Jahre später.

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