Test auf Blut im Stuhl: Ungenau, aber ohne Risiko

Ablauf. Die Tests, erhältlich etwa beim Haus­arzt, bestehen aus drei Briefchen. Nutzer tragen an drei Tagen mit einem Spatel je eine erbsen­große Menge Stuhl auf. In der Arzt­praxis erfolgt der biochemische Nach­weis des roten Blut­farb­stoffs Hämoglobin. So lassen sich unsicht­bare Blutspuren entdecken, die womöglich von frühen Tumoren oder -vorstufen stammen.

Zielgruppe. 50- bis 54-Jährige dürfen einmal pro Jahr auf Kassen­kosten einen Stuhltest machen. Ab 55 kann jeder wählen: Stuhltest alle zwei Jahre – oder Darm­spiegelung (siehe Darmspiegelung).

Nutzen. Hoch­wertige, also randomisiert-kontrollierte Studien, zeigen: Ohne Stuhltest sterben inner­halb von zehn Jahren 7 von 1 000 über 45-Jährigen an Darm­krebs. Mit Tests alle zwei Jahre sind es 6 von 1 000. Jähr­liche Stuhltests dürften mehr nützen.

Risiko. Die Tests greifen nicht in den Körper ein, verursachen also keinen Schaden. Aber sie sind recht ungenau. Sie können Tumoren über­sehen oder falschen Alarm auslösen. Letzteres liegt oft an Stör­faktoren wie rohem Fleisch, etwa Tartar, sowie manchen rohen Obst- und Gemüsesorten. Beachten Sie die Gebrauchs­anleitung. Testen Sie erst drei Tage nach der Periode. Machen Sie sich bei positivem Ergebnis nicht verrückt – aber lassen Sie es per Darm­spiegelung abklären.

Alternativen. „Immunologische Stuhltests“ fahnden ebenfalls nach unsicht­barem Blut im Stuhl. Sie weisen Hämoglobin mit spezi­fischen Antikörpern nach, sind genauer und weniger stör­anfäl­lig als chemische Stuhltests. Aber noch sind Fragen offen – und immunologische Stuhltests keine Kassen­leistung. Andere Stuhltests lassen sich noch nicht abschließend bewerten.

test-Kommentar: Personen ab 50 sollten jähr­lich einen chemischen Stuhltest machen. Ab 55 ist die Darm­spiegelung die bessere Wahl. Sie ist riskanter, aber viel zuver­lässiger. Damit ist auch jeder positive Stuhltest zu klären.

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